Der eigene Weg – Teil 1

Ich möchte euch heute ein Lied vorstellen, das ich mir in diesem Jahr unglaublich oft angehört habe und dass es dennoch immer wieder schafft, mich zum Nachdenken anzuregen. Ein Lied, das Biene und mir unglaubliche Kraft geschenkt hat und uns darin bestärkt, unseren Weg weiterzugehen. Denn es gibt für uns keine Alternative.

Oftmals steinig, aber gerade deswegen so wichtig!

Ich nenne es jetzt einfach mal einen alternativen Weg des Lebens. Sei es nun das Thema Vegan, unsere politische Ausrichtung, unser Ziel einmal echte Selbstversorger zu sein, unsere Wertschätzung gegenüber Mutter Erde oder einfach unsere Sicht auf allerlei Dinge. Die sich anscheinend oftmals von der, der Masse unterscheiden.

Ein Weg, der oft auf Unverständnis stößt, unangenehme Situationen provoziert und regelmäßig zu stundenlangen Gesprächen und Selbstreflexionen führt. Ein Weg der oft mehr Anstrengung bedeutet und viel Unangenehmes mit sich bringt. Gleichzeitig aber zu unglaublichen Freudenmomenten und Zufriedenheit führt.

Ein Weg, der in seinen unzähligen Details regelmäßig infrage gestellt wird. Nicht nur von außerhalb, sondern vor allem auch von uns selbst. Was nicht nur unvermeidbar ist, sondern vor allem auch extrem wichtig. Denn man muss seine eigenen Entscheidungen, Gedanken und Gefühle ständig in Frage stellen. Nur so kann man „Fehlern“, antrainierten Fehlverhalten oder vermeidbaren Unwohl nachhaltig entgegentreten und diese zu verändern versuchen.

Kein Weg kann jemals bis ins kleinste Detail von Anfang bis Ende perfekt durchgeplant werden. Und das ist auch gut so. Denn nur so kommt Spannung und Abwechslung ins Leben. Es sind die Adaptionen an neue Situationen, die Veränderungen eigener Meinungen und die neuen Zwischenziele, die ständig hinzukommen, die unsere Leben zu diesem einzigartigen Konstrukt formen.

Was braucht es?

Was es braucht, ist nicht nur Mut zur Veränderung, sondern auch die Entscheidung zu einem bewussteren Leben. Eine andere Wahrnehmung unserer Umwelt, wenn ihr so möchtet. Eine andere Wertschätzung, der uns gegebenen Dinge und Möglichkeiten. Eine andere Wertschätzung gegenüber unseren Mitmenschen und auch gegenüber allen anderen Lebewesen auf unserem Planeten.

Es mag ein mühsamer, langwieriger und oft sinnlos erscheinender Weg sein. Ein Weg, der euch ständig Fragen vorsetzen wird, die oftmals unangenehm und frustrierend sein können. Aber es ist ein Weg zu einem nachhaltigeren, besseren und glücklicheren Leben. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Umwelt.

Ein musikalischer Ausklang des Jahres 2017

Und damit auch Ihr dazu inspiriert werdet eure Taten, Gedanken und Gefühle regelmäßig zu hinterfragen, habe ich heute mein Lieblingslied des vergangenen Jahres für euch. Das Lied kam zwar bereits 2012 auf den Markt, aber ich habe diese fantastische Band und vor allem dieses unglaubliche Lied erst in diesem Jahr entdeckt.

Besonders der Text berührt mich immer wieder und regt mich zum Nachdenken an. Es ist einfach eine unschätzbar wichtige Messenge, mit der sich noch viel mehr Menschen beschäftigen sollten.

„They are people so damn poor all they have is their money“

Was ist wirklich wichtig und auf was sollte man eigentlich zum eigenen Wohle verzichten? Es hat mir zum Beispiel dabei geholfen zu hinterfragen, warum eigentlich Güter derartigen Einfluss auf unsere Stimmung und unsere Gefühle haben?

Wieso ärgere ich mich derartig über den Verlust gewisser Gegenstände? Wieso freue ich mich derartig über neue Güter, die ich mir geleistet habe? Wie kommt es, dass ich gewisse Dinge nicht machen möchte, weil eventuell Kleidung oder andere Gebrauchsgegenstände dreckig werden könnten?

Sind es wirklich diese Dinge, die einen Einfluss auf unser Stimmungsbild haben sollten? Oder sollten wir unsere Aufmerksamkeit nicht lieber anderen Dingen widmen?

Ich hoffe, dieses Lied schenkt euch auch so viele positive Gedanken wie mir und hilft euch ebenso dabei euren eigenen Weg zu finden!

Ich wünsche euch allen ein wundervolles Jahr 2018!

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Träume leben beginnt im Kopf

Es wirkt fast als hätten viele Menschen das Träumen verlernt. Und ich rede nicht von teuren Anschaffungen, dem kleinen Haus mitten im Grünen und Ähnlichem. Nein, ich rede von Träumen, die man ganz ohne Geld erreichen kann. Träume die weit über den finanziellen und gesellschaftlichen Status hinausgehen. Ich rede von Ambitionen, die das eigene Leben in der direktesten Art und Weise betreffen. Ich rede von Ambitionen, die für andere Menschen eventuell verrückt, weltfremd oder schlicht dumm bezeichnet werden. Davon etwas erreichen zu wollen, dass gesellschaftlich nicht als „wertvoll“, „bedeutungsvoll“ oder „wichtig“ angesehen wird, aber sehr wohl für uns selbst die Welt bedeuten kann. Es geht mir darum, dass Menschen sich wieder Gedanken über Dinge machen, die sie tatsächlich interessieren und nicht darüber was gerade angesagt oder vorgeschrieben ist.

Geld ist nicht alles

Jeder Mensch kennt diesen Satz und dennoch leben wir alle genau das Gegenteil davon. Wir schuften uns tagtäglich für ein paar Zahlen am Kontoauszug ab und verdrängen die Dinge, die uns wirklich wichtig sind. Wir haben uns in ein System drängen lassen, dass uns unendliche Freiheit vorgaukelt und gleichzeitig so viele Auflagen aufzwingt, dass wir im Endeffekt nur in zwei Bereichen mehr oder weniger Entscheidungsfreiheit genießen können:

  1. Wie möchte ich mein Geld verdienen?
  2. Wie möchte ich mein Geld ausgeben?

Wenn wir es genau nehmen, da haben wir nicht einmal in diesen zwei Punkten einen Hauch von Freiheit. Denn sobald jemand eine Einkommensquelle wählt, die gesellschaftlich nicht angesehen ist, beginnt ein regelrechter Spießrutenlauf. Sie werden belächelt, nicht ernst genommen oder sogar als minderwertig angesehen. Anstatt sie zu fragen, warum sie diesen Job gewählt haben, werden sie direkt verurteilt und als faul, unambitioniert oder sogar dumm abgestempelt. Denn, wenn jemand nicht danach strebt möglichst große Zahlen am Konto zu haben wird er schief angeschaut und als weltfremd bezeichnet.

Ebenso werden Menschen verurteilt, die ihren eigenen Weg gehen wollen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere Menschen darüber denken. Die lieber etwas altes, Gebrauchtes wieder verwenden, anstatt immer das Neueste zu kaufen. Menschen, die sich nicht tagtäglich durch die Tageszeitungen quälen, um über sämtliche Straftaten der letzten 24 Stunden Bescheid zu wissen, sondern ihre Energie lieber in etwas Sinnvolles und Nützliches investieren. Menschen, die lieber an Projekten arbeiten, die Menschen wieder zusammenbringen anstatt an Apps, Gadgets und sonstigen Schnickschnack, der sie immer weiter voneinander entfernt.

Das letzte Hemd hat keine Taschen

Besitztümer können uns natürlich in vielerlei Hinsicht nützlich sein, aber Sinn gebend werden sie niemals sein. Wie sollten sie auch? Es sind schließlich nur Objekte, die mit der Zeit verschwinden, unbedeutsam werden oder kaputt gehen. Sie sind nun mal kein Teil von uns und der Natur, die uns umgibt. Sie wurden künstlich erschaffen und können stets ersetzt oder repariert werden. Dementsprechend beschränkt ist ihre Wirkung, ihr Sinn und ihr Nutzen. Und auch wenn nun viele sagen werden, dass sie sich dieser Tatsache ohnehin bewusst sind. Warum verbringt ihr dann den Großteil eurer Lebenszeit damit immer mehr und immer teurere Besitztümer anzuhäufen? Man könnte doch ebenso gut die eigenen Bedürfnisse reduzieren, somit weniger Geld benötigen und dadurch weniger Lohnarbeit verrichten müssen. Ich bin froh in einer Generation aufzuwachsen, in der viele Menschen genau diesen Weg einschlagen und erkannt haben, das Geld nicht alles ist.

Denn ein wahrlich besseres Leben lässt sich nicht durch mehr Lohnarbeit, mehr Geld und mehr Klimbim erreichen. Ganz im Gegenteil. Um etwas wahrlich Sinn Gebendes finden zu können, müssen wir an gänzlich anderen Orten suchen als Einkaufszentren, Onlineshops oder Reisebüros. Wir müssen in uns selbst zu suchen beginnen. Wir müssen unseren eigenen Geist befreien, um wahrlich frei sein zu können. Erst dann werden wir erkennen, was wirklich wichtig ist und wie wir unsere Zeit und unsere Ressourcen bestmöglich einsetzen können.

Gebt alles was ihr habt, denn ihr habt nur ein Leben!

Nur wenn wir uns auch wieder mit uns selbst beschäftigen und unsere eigenen Träume und Wünsche wieder zulassen, kann es eine positive Entwicklung geben. Und nur so kann sich etwas in unserer Gesellschaft verändern und das Leben für alle Menschen weiter verbessern. Also traut euch! Macht euch Gedanken und redet darüber mit Freunden, Verwandten, Bekannten und wer euch sonst noch so über den Weg läuft. Geniert euch nicht für eure Ideen, Träume, Wünsche und Ziele! Seid auch mal wieder naiv und träumt von Entwicklungen oder Dingen, die unmöglich erscheinen.

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich hoffe, Du hast einen großartigen Tag, falls nicht, dann hoffe ich, dass er sich noch zum Guten wenden wird. Denn Du bist ein großartiger Mensch und ich wünsche Dir alles Glück der Welt. Du bist ein toller Mensch, der alles erreichen kann, was er tief in seinem Herzen möchte. Ein Mensch der andere inspirieren wird und bereits inspiriert hat. Also lass Dich nicht unterkriegen! Gehe Deinen Weg, egal ob er allen Regeln der Logik und der Sinnhaftigkeit widerspricht. Denn nur Dein eigener Weg kann Dich glücklich machen, kann anderen Menschen Kraft schenken und unsere Welt ein Stück weit besser machen.

Du bist wichtig!

Es mag Zeitpunkte in Deinem Leben geben, an denen Du Dich unwichtig, unsicher oder gar sinnlos fühlst. Aber vergiss niemals das Du ein wundervoller Mensch bist. Ein Mensch, der nicht nur sein eigenes Leben vollständig im Griff hat, sondern auch anderen Menschen helfen kann. Du bist ein wichtiger Baustein in unserer Welt. Und es liegt nur in deiner eignen Hand Glück zu finden. Es zuzulassen und offen dafür zu sein. Also geh hinaus in die Welt und verbreite Liebe, Freude und Optimismus. Sei dankbar für diese unglaubliche Chance teil dieser wundervollen Welt sein zu dürfen. Nutze die Dir gegebene Zeit und Du wirst schon bald bemerken, wie wichtig Du bist. Wie wichtig Du nicht nur für andere Menschen, sondern auch unseren Planeten bist!

Sei dankbar für alles, was Du bist und hast. Sei dankbar für die Zeit, die Dir geschenkt wurde. Sei dankbar für alle die anderen außergewöhnlichen Menschen, die Du kennenlernen durftest und noch kennenlernen wirst! Jeder Tag hat das Potenzial der beste Tag deines Lebens werden! Geh hinaus in die Welt, zeige Anderen, wie wundervoll das Leben ist, und inspiriere sie dazu ebenfalls offener und dankbarer zu sein.

Öffne Dein Herz und mach Platz für jeden Menschen, jedes Lebewesen und jede Pflanze, denn sie alle verdienen es geliebt zu werden! So wie auch Du geliebt werden möchtest. Liebe ist etwas Grenzenloses, Unerschöpfliches und Wundervolles. Warum sollten wir sie also nur vereinzelt zulassen und weitergeben?

Love the life you live. Live the life you love.
Bob Marley

 

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Gewohnheiten durchbrechen, Veränderungen zulassen

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Nicht umsonst neigen wir dazu jahrelang dieselben Tätigkeiten auszuüben, denselben Weg zu beschreiten und dieselben Träume zu träumen. Doch manchmal reicht das Gewohnte nicht mehr. Manchmal braucht es mehr als das, um glücklich und zufrieden zu sein. Diesen Moment, in dem das Vertraute anfängt langweilig zu werden und nur noch aufgrund von Sicherheit und Bequemlichkeit aufrechterhalten wird, gilt es zu erkennen. Und das am besten so früh wie möglich. Denn wenn wir diesen Moment versäumen und den inneren Wunsch nach Veränderung ignorieren, dann beginnt eine Entwicklung, die sich mit jedem verstrichenen Tag schwieriger aufhalten lässt.

Mit jedem Tag, an dem man sich selbst zwingt etwas zu erledigen, was man eigentlich nicht tun möchte, bekommt unser innerer Widerstand einen kleinen Riss. Mit jedem Verschieben auf morgen rückt der erste Schritt zu einer tatsächlichen Veränderung ein Stück weiter weg. Geschieht dies nun über Jahre hinwegkommt man irgendwann zu einem Punkt, an dem man Träume und Ziele nicht mehr als machbar, sondern als dumme Träumerei abtut. Man hat schließlich bereits seit Jahren nach Schema F gelebt und im Großen und Ganzen darf man sich eigentlich nicht beschweren. Aber ist dem wirklich so? Müssen wir uns stillschweigend mit dem Status X abfinden? Nur weil alles Andere ein gewisses Risiko mit sich bringt, dass wir nicht mehr eingehen möchten?

Soll das wirklich alles sein?

Veränderungen werden nicht nur oft negativ dargestellt, sondern auch in unserer Wahrnehmung als unvorhersehbar und daher potenziell gefährlich eingestuft. Und das ist bis zu einem gewissen Maß auch absolut in Ordnung. Aber wir müssen auch lernen mit dieser Angst umzugehen und diese zu hinterfragen. Zum Beispiel mit der simplen Frage: Was wäre das schlimmste Szenario, dass sich durch eine Veränderung ergeben könnte und wie schlimm wäre es tatsächlich? Oftmals zeigt bereits dieses einfache und kurze Gedankenexperiment, wie irrational die vorhandenen Sorgen und Ängste eigentlich sind.

Was mir in den letzten Jahren vermehrt aufgefallen ist, ist dass einige Menschen auf Vorschläge zur Veränderung negativ reagieren weil sie diese als negative Bewertungen ihres bisherigen Lebens deuten. Dabei stimmt dies nur in den wenigsten Fällen. Meistens ist es einfach so, dass man sich selbst beziehungsweise unsere Gesellschaft sich einfach weiter entwickelt hat und man daher bei einigen Abläufen nachjustieren muss. Es ist schließlich das Normalste auf der Welt, das sich Hobbys, Beziehungen, Abläufe oder Wünsche ändern. Warum sollten wir uns also davor fürchten Veränderungen zuzulassen, wenn sich ohnehin an allen Ecken und Enden ständig etwas verändert? Alles ist im Wandel. Egal ob unsere Art der Kommunikation, unser Planet oder schlichtweg wir selbst. Und egal wie sehr wir uns an Vergangenes klammern und diesen vertrauten Status aufrechterhalten wollen. Es wird uns nicht gelingen, die Zeit anzuhalten. Was bleibt uns also Anderes übrig als Veränderungen positiv zu begegnen?

Den Blickwinkel ändern

Ich kann es absolut nachvollziehen, dass der Mensch sich nach Stabilität und Sicherheit sehnt und dabei andere Bedürfnisse hinten anreiht. Doch muss der Wunsch nach Beständigkeit auch gleichzeitig sämtliche, möglichen Veränderungen als negativ abstempeln? Ich glaube, hier müssen wir selbst an uns arbeiten und diese Ängste abbauen. Wir haben schließlich nur ein Leben und ich für meinen Teil möchte nicht 40 Jahre ein und dieselbe Tätigkeit ausüben. Ebenso wenig wie ich die nächsten 40 Jahre immer wieder dieselben 10 Mahlzeiten zu mir nehmen möchte oder ständig dieselben Bücher lesen möchte.

Veränderungen bereichern unser Leben. Wir müssen nur den Mut haben dies zu erkennen und uns darauf einzulassen. Wenn ich die letzten drei bis vier Jahre meines Lebens hernehme, dann muss ich unweigerlich grinsen. Trotz der schlechten Zeiten, trotz der teils mühsamen Jobs und vor allem trotz der traurigen Entwicklungen, die unsere Welt in den letzten Jahren in Atem halten. Denn es wird immer schlechte Zeiten geben und es wird immer Entscheidungen geben, die man im Nachhinein bereut. Dennoch ist jede Erfahrung, irrelevant ob positiv oder negativ, ein Teil des persönlichen, zurückgelegten Weges. Und da wir Vergangenes nicht verändern können, können wir nur unseren Blickwinkel anpassen.

Meine Erkenntnis

Das mag nun vielleicht merkwürdig klingen, aber wenn ich alles noch mal durchleben könnte, dann würde ich jede Entscheidung exakt wieder so treffen, wie ich es bereits getan habe. Nicht weil keine schlechten Entscheidungen dabei waren und nicht weil ich nicht genügend dumme und ärgerliche Fehler begangen habe. Aber aus dem einfachen Grund, dass ich glaube, dass jede Entscheidung die ich in der Vergangenheit getroffen habe seinen Teil dazu beigetragen hat, dass ich der Mensch geworden bin, der ich heute bin.

Diese Erkenntnis hat mir nicht nur dabei geholfen glücklicher, sondern auch mutiger zu sein. Diese Feststellung hilft mir zum Beispiel auch dabei neue Wege einzuschlagen, ohne sämtliche Schritte im Voraus zu kennen. Einfach drauf los zu marschieren mit dem Wissen, egal was in nächster Zeit passiert, ich werde aus den zukünftigen Erfahrungen profitieren und als veränderter Mensch daraus hervorgehend. Und diese Erkenntnis ist nicht nur unheimlich spannend, sondern sozusagen meine Stabilität und Sicherheit, an der ich mich festhalte. Mit anderen Worten, das Wissen ständige Veränderung nicht aufhalten zu können, sondern dieser positiv zu begegnen befriedigt meinen inneren Wunsch nach Beständigkeit mehr als jeder feste Job es bis dato geschafft hat.

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Jeder Einkauf ist eine Stimmabgabe

Man hört es mittlerweile öfter als das Amen im Gebet. „Ja, aber was ändert es wenn ich das nicht mehr kaufe? Alle anderen kaufen es ja dennoch.“ Es sind solche und ähnliche Aussagen, die einem regelrecht die Energie aus den Knochen ziehen. Es ist dieses Predigen von Ohnmacht, was einen zur Verzweiflung bringt. Dabei sind wir alles andere als ohnmächtig.

Gerade in unseren Breitengraden haben wir es tagtäglich selbst in der Hand, was wir kaufen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Entscheidung nicht nur uns selbst betreffen, sondern wesentlich weitere Kreise ziehen als uns im ersten Moment bewusst ist. Unsere Kaufentscheidung ist schließlich unser wichtigstes Werkzeug um Unternehmen und Anbietern zu zeigen, was gewünscht ist und was nicht. Ein Einkauf ist ein klares Statement, das wenig Raum für Interpretationen lässt.

Denn wenn ich in einem großen, internationalen Bekleidungsgeschäft ein T-Shirt um 5 € kaufe, dann muss mir klar sein, was alles dahinter steckt. Vielleicht war es Kinderarbeit, vielleicht wurden bei der Herstellung des Stoffes umweltschädliche Chemikalien ins Wasser des jeweiligen Landes gepumpt oder vielleicht sind sogar schon einige Menschen in den Produktionshallen gestorben. Vielleicht treffen sogar alle drei Punkte zu? Wir wissen es nicht und es interessiert uns auch nicht. Hauptsache das T-Shirt kostet nur 5 € und ist in der Trendfarbe des Monats gehalten. In zwei bis drei Monaten ist es sowieso uninteressant geworden, denn dann kommt ja schon wieder die neue Kollektion.

Überlegt was ihr finanziert

Wir haben das Glück auf diesem Fleckchen Erde geboren worden zu sein. In einer Gesellschaft, in der man es tagtäglich selbst in der Hand hat was auf den Teller kommt, welche Kleidung getragen wird und welche Verkehrsmittel genutzt werden. Am anderen Ende der Welt sieht das ganze völlig anders aus. Kleinbauern in Afrika zum Beispiel haben derlei Möglichkeit nicht zur Auswahl. Diese müssen mit den verfügbaren Ressourcen bestmöglich umgehen, um überleben zu können. Was dort überlebenswichtige Entscheidungen sind, ist bei uns lediglich eine Frage des Komforts.

Es ist also unsere Pflicht von unseren Möglichkeiten Gebrauch zu machen und unsere Stimmen zu erheben. Ein Herunterspielen unserer Chancen und Optionen wäre nicht nur beinhart gelogen, sondern auch pure Arroganz gegenüber all jenen, die für unsere billigen Produkte ihre Gesundheit riskieren. Ausreden a la „Ist doch egal ob ich das jetzt kaufe oder nicht. Alle anderen kaufen es ja auch.“ sind ein plumper Schlag ins Gesicht aller Menschen auf diesem Planeten, die bei der Geburt weniger Glück hatten als wir. Wir dürfen nicht Kleidung aus Fabriken mit Kinderarbeit kaufen nur weil es alle tun. Wir dürfen auch nicht kiloweise Fleisch aus Massentierhaltung in uns hineinstopfen nur weil es bei uns Usus ist. Und wir dürfen schon gar nicht andere Menschen ins Lächerliche ziehen, die versuchen diese Umstände zu ändern.

Denn es ist bereits anstrengend genug diese Veränderungen selbst leben zu wollen, ohne dass man sich auch noch mit gedankenlosen Kommentaren herumschlagen muss. Natürlich wird keiner von uns von heute auf morgen in jedem Lebensbereich perfekt leben, aber jeder Schritt hilft. Jede Veränderung kann andere inspirieren, jeder Verzicht bedeutet ein paar € weniger in den Taschen von skrupellosen CEOs und jeder bewusste Einkauf wiegt erheblich mehr als unzählige, kopflose Einkäufe. Jede Veränderung die einem gelingt, stärkt das Selbstvertrauen und man gewinnt weitere Kraft für die nächste Veränderung. Und die werdet ihr brauchen. Denn beginnt man einmal das Gegebene zu hinterfragen, so nimmt dieser Prozess so schnell kein Ende. Und das ist etwas unglaublich Wunderbares!

Wir haben täglich die Wahl

Jeder Einkauf, jede Scheibe Wurst, jedes Paar Socken ist eine Stimmabgabe. Wir entscheiden selbst, welche Produktionsarten, Transportwege und Produkte wir unterstützen und finanziell fördern. Jeder Mensch hat selbst die Verantwortung für sein Handeln zu tragen. Und ja nachhaltig produzierte Kleidung ist teurer und biologisch hergestelltes Gemüse ebenso. Aber das ist kein Grund diese nicht zu kaufen. Dann kauft man eben nur zwei Pullover in einem Jahr anstatt alle paar Monate ins Einkaufszentrum zu laufen, um sich komplett neu einzukleiden. Dann kauft man eben einmal die Bio-Äpfel und verzichtet dafür auf eine Packung Gummibären.

Wir müssen unsere Arroganz endlich ablegen und wieder Verantwortung für unser Handeln übernehmen. „Das ist bei uns immer schon so“ gilt ebenso wenig als Begründung wie „Aber alle anderen …“. Denn, wenn niemand beginnt festgefahrene Verhaltensmuster zu hinterfragen, dann wird sich auch niemals etwas ändern. Jede Veränderung beginnt als kleiner Impuls in uns selbst. Und so wir selbst Schritt für Schritt Verhaltensmuster verändern können, so muss auch unsere Gesellschaft Person für Person beginnen Veränderungen eine Chance geben.

Wir haben es in der Hand!

Lasst euch nicht einreden, dass euer eigenes Leben keinerlei Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat, denn das ist gelogen. Ein jeder Mensch, der Veränderungen zulässt, inspiriert damit auch andere Menschen aus seinem Umkreis. Ein jeder Mensch der versucht etwas zu verbessern wird automatisch zum Vorbild für andere. Gebt eurem Verstand die Zeit und die Ruhe, um Ideen durchzudenken, bevor ihr sie als „Weltverbesserungs-blabla“ abtut. Stellt euch regelmäßig die Frage „Brauche ich das wirklich?“ bevor ihr etwas kauft und ihr werdet verblüfft sein, wie viel Geld ihr euch erspart.

Was wir heute kaufen, entscheidet über die Welt von morgen. Nutzen wir also unsere Stimmen und machen unsere Welt Schritt für Schritt zu einem besseren Ort!

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Eine kleine Geschichte von Übermorgen

Massenüberwachung, Sicherheitskameras an öffentlichen Plätzen, Contentfilter und gefinkelte Algorithmen, die aus Metadaten Verhaltensmuster auslesen und potenzielle Straftäter ausspucken können. Diese und ähnliche Entwicklungen skizzieren ein Furcht einflößendes Zukunftsszenario. Doch wie viel „Zukunft“ steckt eigentlich noch in diesem Szenario?

Stellen wir uns vor…

Nach der Arbeit möchte ich noch schnell einkaufen gehen, aber leider habe ich den Einkaufszettel zu Hause liegen gelassen. Heutzutage kein Problem mehr. Per App werfe ich einen Blick in meinen Kühlschrank und sehe sofort, was noch fehlt. Falls ich dennoch etwas vergessen habe, bestelle ich einfach direkt an der Tür des Kühlschranks per Touchscreen die fehlenden Lebensmittel. Nie wieder ärgern über den vergessenen Brokkoli. Wunderbar. Ein Ärgernis weniger auf meiner Liste.

Aber Moment mal. Kann eigentlich nur ich über das Internet auf meinen Kühlschrank zugreifen? Oder gibt es da vielleicht auch eine Möglichkeit für den Hersteller einen Blick in verkaufte Kühlschränke zu werfen? Egal, ich habe ja nichts zu verbergen. Wissen die Damen und Herren von der NSA eben, dass ich nicht immer Bio, sondern auch manchmal nur konventionelle Fertiggerichte kaufe. Ist halt so. Durch meinen neuen Smart-TV sehen sie mich schon tagtäglich auf der Couch rumliegen, da sind meine Essgewohnheiten ohnehin kein großes Geheimnis mehr.

You‘ve got Mail

Merkwürdig, eine E-Mail meiner Versicherung. Die Prämie meiner Lebensversicherung wurde erhöht. Als Grund werden persönliche Veränderungen angeführt. Ich werfe einen Blick auf meine Smartwatch. 4000 Schritte pro Tag habe ich letzte Woche im Durchschnitt zurückgelegt. Kein besonders berauschender Wert, aber auch nicht allzu wenig. Ich öffne meine Bank-App und überprüfe die letzten Abbuchungen. Vielleicht war ich die letzten Wochen doch öfter auf einen Burger, als es gut für mich ist. Ich nehme mir vor ab morgen wieder mehr Sport zu machen und gesünder zu essen. Mit ein paar Klicks erstelle ich mir direkt einen Trainingsplan für die nächsten Wochen.

Ich setze mich auf die Couch und schalte den Fernseher ein. Eine Werbung für neue Laufschuhe mit eingebautem Gewichtssensor zur automatischen Anpassung der Dämpfung. „Perfekt! Und nur noch heute im Angebot, was für ein Glück!“ schießt es mir in den Kopf. Die muss ich am besten gleich bestellen, dann habe ich morgen keine Ausrede mehr. Zwei kurze Sprachbefehle und schon ist die Bestellung aufgegeben.

Am nächsten Tag auf dem Weg zur Arbeit bekomme ich auf allerlei Reklametafeln Werbung von Laufbekleidung und isotonischen Getränken. Toll diese neue Technik. Endlich bekomme ich nur noch Werbung, die genau auf mich abgestimmt ist. In der Arbeit liegt bereits das gewünschte Paket auf meinem Schreibtisch. Jetzt steht meinem Laufvergnügen wirklich nichts mehr im Wege, also abgesehen von den nächsten 8 Stunden im Büro, aber das gehört eben dazu. Irgendwie muss ich die neuen Laufschuhe schließlich auch bezahlen.

10 Stunden später

Ich blicke auf meine Smartwatch. Bis jetzt habe ich lediglich 2500 Schritte zurückgelegt, dafür ist endlich Feierabend und der Weg frei für mein Laufvergnügen. Wenn ich nur nicht so müde wäre. Egal, ich fahre jetzt nach Hause und entscheide mich dann, ob ich heute noch laufen gehe oder doch lieber morgen. Ich schnappe mir das Paket und mache mich auf dem Heimweg. Wieder erspähe ich überall Werbung für Laufbekleidung, isotonische Getränke, Aktivitätstracker, etc. Eine Anzeige fällt mir in der Straßenbahn besonders auf: „Lebe JETZT und nicht erst morgen!“ Ich beschließe auf alle Fälle heute noch Laufen zu gehen, wer weiß was morgen wieder los ist in der Arbeit. Ein sportlicher Ausgleich täte mir und meiner Prämie sicherlich gut.

No pain, no gain!

„Sie passen perfekt“, sage ich leise vor mich hin, als ich die neuen Laufschuhe anziehe. Nach ein paar kurzen Lockerungsübungen beginne ich gemütlich loszulaufen. Nach einer Viertelstunde werfe ich einen ersten Blick auf meine Uhr. Der Kilometerzähler läuft, Puls ist im grünen Bereich und mein automatisch generierter Trainingsplan schlägt vor noch 5 Kilometer zu laufen.

Nach 4 Kilometern bin ich völlig ausgelaugt, der lange Arbeitstag und die wenige Bewegung in letzter Zeit fordern ihren Tribut. Ich breche mein Training ab und gehe zurück zu meiner Wohnung. Die Smartwatch beginnt lauthals zu piepsen und blinken. „Noch 1 km! Nicht aufgeben!“ Ich drücke es weg und setze meinen Weg fort. Nur kurze Zeit später meldet sich die Uhr erneut. Ich blicke auf das Display und sehe eine neue Nachricht von Martin. Er fragt, ob ich morgen auch bei der Demonstration gegen das neue Datenschutzgesetz dabei bin. Ich antworte ihm, dass ich es mir noch überlegen werde und ich ihm morgen Bescheid gebe.

Der nächste Morgen

Mit einer frischen Tasse Kaffee in der Hand gehe ich von der Gemeinschaftsküche zurück zu meinem Arbeitsplatz. Ich stelle die Tasse auf meinen Schreibtisch und lasse mich in den Sessel fallen. Meine Oberschenkel brennen als hätte ich gestern einen Marathon absolviert, aber ich fühle mich gut. Ich entsperre meinen Computer und erblicke sofort eine Werbung für Magnesiumtabletten gegen Muskelkater. Noch bevor ich die Anzeige wegklicken kann, läutet mein Telefon. Mein Chef möchte mich gerne in seinem Büro sprechen. Ich denke mir nichts weiter dabei, sperre meinen PC und mache mich auf den Weg zur Chefetage.

Der Sekretär begrüßt mich freundlich und bittet mich direkt weiter ins Büro des Chefs. Auch er begrüßt mich mit freundlicher Miene, deutet mir einen freien Stuhl und beginnt zufrieden von meinen bisherigen Leistungen zu erzählen. Ich fühle mich geschmeichelt, bin aber dennoch verwirrt, worauf dieses Gespräch hinauslaufen wird. „Alles in allem leisten sie also sehr gute Arbeit in unserem Unternehmen und wir sind froh sie an Board zu haben. Aber uns ist etwas zu Ohren gekommen, dass uns etwas Sorgen bereitet. Welche Veranstaltungen sie privat besuchen ist selbstverständlich ihre persönliche Entscheidung aber gerade das neue Datenschutzgesetz bringt unseren Unternehmen allerlei Vorteile. Und wenn sie dagegen auf die Straße gehen, dann muss ich mir zwangsweise die Frage stellen, ob sie eigentlich noch mit der richtigen Einstellung an ihre Aufgaben herantreten.“

Ich bin schockiert. Ich versichere ihm nicht an der Demonstration teilnehmen zu wollen und mache mich auf den Weg zu meinem Arbeitsplatz. Auf dem Weg versuche ich zu begreifen, was gerade geschehen ist. Würde er mich wirklich kündigen, wenn ich demonstrieren gehe?

Nicht alles was glänzt…

Auf dem Nachhauseweg erblicke ich ein und dieselbe Reklame gleich auf mehreren Anzeigen. Eine Gruppe Anzugträger steht lachend mit einer Runde Bier in der Hand in einer Bar. Darunter steht: “Ein Kühles Blondes lässt alle Sorgen vergessen“. Erneut zeigt meine Uhr eine Benachrichtigung. Meine Bank möchte mir mitteilen, dass meine Raten für die Wohnung teurer werden, da meine Kreditwürdigkeit herabgestuft wurde. Ich zücke mein Handy und frage meinen Bankberater nach der Ursache. Er erklärt mir, dass mein Unternehmen meine Bewertung von „Sehr zufriedenstellend“ auf „zufriedenstellend“ gesenkt hat und es daher notwendig sei die Zinsen anzupassen. Ich kann es nicht fassen. Ich stecke das Handy ein und versuche den heutigen Tag zu verarbeiten.

Zu Hause angekommen fällt mir ein, dass ich Martin noch Bescheid geben wollte. Ich wähle seine Nummer. Es läutet einige Male, bis sich die Sprachbox meldet. Ich lege auf und beschließe etwas fernzusehen, bis er mich zurückruft. Nach einer kurzen Werbung beginnen die Nachrichten. „Polizei löst Demonstrationszug nach Ausschreitungen auf … Mehrere Demonstranten mit Handschellen an Türen des Innenministeriums gekettet … Dutzende Personen verhaftet … Platzverbote rund um das Innenministerium ausgesprochen …“ Plötzlich läutet es an meiner Tür.

Ich gehe ins Vorzimmer, blicke durch das Guckloch und sehe zwei Polizisten. Ich erstarre und weiß nicht, wie ich reagieren soll. Nervös öffne ich die Türe. Die beiden Beamten bitten mich ihnen auf die Dienststelle zu folgen, sie haben einige Fragen an mich und würden diese gerne in Ruhe durchgehen. Ich nicke und ziehe mir meine neuen Laufschuhe an. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss, als ich die Wohnung verlasse. Kurz bevor ich ins Dienstauto einsteige, meldet sich erneut meine Uhr. „Lauftraining beginnen?“

Dieser Text ist ursprünglich als Kolumne im SHOCK2 C4 eMagazin zum Spiel Watch_Dogs 2 erschienen.

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Der Spitzel namens WhatsApp

Es gibt nur wenige Apps, denen es gelingt, auf nahezu jedem Smartphone vertreten zu sein und WhatsApp gehört definitiv dazu. Dennoch habe ich mich bewusst entschieden diese und einige andere Apps nicht auf meinem Handy zu installieren. Warum? Primär aus Datenschutzgründen aber nicht ausschließlich.

Aber WhatsApp nutzt doch Verschlüsselung?

Ja auch WhatsApp schreibt sich seit einiger Zeit Verschlüsselung auf die Fahnen und das war auch ein notwendiger und wichtiger Schritt. Denn dadurch können auch Menschen ohne technisches Verständnis Verschlüsselung einsetzen und diese wird in Zukunft noch viel wichtiger als sie es ohnehin schon ist.

Doch wenn niemand meine Nachrichten mitlesen kann, was ist dann das Problem bei WhatsApp? Nun, zum einen handelt es sich bei WhatsApp um so genannte proprietäre bzw. closed Source Software. Das bedeutet, dass der Programmcode nur für die Entwickler einsehbar ist und NutzerInnen keine Möglichkeit haben sich von den Sicherheitsstandards selbst zu überzeugen. Grundsätzlich ist dies nichts Ungewöhnliches. Ganz im Gegenteil, die meisten Programme, die sich heutzutage großer Beliebtheit erfreuen sind ebenfalls proprietär. Egal, ob Betriebssysteme wie Windows und MacOS oder Programme wie Adobe Photoshop und Microsoft Office, proprietäre Software ist weitverbreitet.

Um das Problem dahinter verständlicher zu machen, möchte ich ein kleines Beispiel geben. Wenn ein Unternehmen verspricht, ab sofort Verschlüsselung einzusetzen, dann ist das gut und schön. Welche Verschlüsselung allerdings zum Einsatz kommt oder wie diese eingebaut wurde, bleibt aber meist Betriebsgeheimnis. Im Falle von WhatsApp weiß man zwar, welche Art der Verschlüsselung eingesetzt wird. Ob die Entwickler aber nicht vielleicht die eine oder andere Hintertür eingebaut haben, bleibt verborgen. Genauso welche anderen Informationen und Daten die App sammelt und nach Hause sendet. Man muss also darauf vertrauen, was das Unternehmen kommuniziert und kann es nicht überprüfen.

Open Source sorgt für mehr Freiheit

Im Vergleich dazu gibt es auch sogenannte Open Source Software. Hier wird der gesamte Programmcode für jedermann öffentlich zugänglich gemacht. Dadurch kann jeder technisch versierte Mensch selbst einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Funktionen auf Fehler prüfen. Weiters bietet Open Source Software auch die Möglichkeit selbst am Programmcode herumbasteln zu dürfen und falls gewünscht Anpassungen durchzuführen. Man hat also wesentlich mehr Freiheit und Möglichkeiten im Vergleich zu proprietärer Software. Versteckten Hintertüren und anderen Schnittstellen für das Auslesen von persönlichen Daten wird dadurch ein Riegel vorgeschoben.

Mir ist besonders wichtig, dass klar wird, dass Open Source nicht nur für Nerds und Programmierer geschaffen wird, sondern unabhängig vom technischen Verständnis von jeder Person genutzt werden kann. Denn auch wenn man keinerlei Programmierkenntnisse hat und nicht selbst die Aussagen der Unternehmen überprüfen kann. So ist es wichtig, dass wir uns die Möglichkeit offen halten und nicht blind auf die Gutmütigkeit von profitorientierten Unternehmen verlassen.

WhatsApp lebt von Daten

Denn WhatsApp und dessen Mutterkonzern Facebook leben nicht von Luft und Liebe, sondern von unseren Daten. Dabei interessiert WhatsApp nur marginal, was wir tatsächlich schreiben. Viel Interessanter ist mit wem, wie oft, von wo aus und wie lange wir kommunizieren. Denn aus diesen und anderen Daten lassen sich nicht nur exakte Nutzerprofile erstellen, sondern auch Verhaltensweisen auslesen und auswerten. Und diese werden dann wiederum dafür verwendet, um möglichst effizient Werbung an die NutzerInnen zu bringen. Es geht schlicht und einfach darum so viele Daten wie möglich von jedem Menschen zu sammeln, um möglichst rund um die Uhr zu wissen, wo jemand ist, was er/sie gerade treibt, welche App genutzt wird und was ihn bzw. sie gerade interessiert. Denn aus diesen Daten lassen sich massive Profite generieren, wie sich an den Umsatzzahlen von Facebook erkennen lässt.

Es geht nicht nur um eure eigenen Daten

Wer sich WhatsApp auf dem Smartphone installiert, gibt nicht nur seine eigenen Daten bereit willig an Dritte weiter, sondern auch sämtliche Informationen von anderen Personen, die sich auf dem Handy wiederfinden lassen. Sein es nun Textnachrichten, E-Mails, Fotos oder sonstige Daten, die euch ein Freund zugeschickt hat. Auch diesen Informationen stellt ihr mit der Installation von WhatsApp anderen zur Verfügung. Schlichtweg zu sagen „Ich habe ja nichts zu verstecken“ ist also keine gültige und zutreffende Aussage. Denn es geht um weitaus mehr als nur um eure Daten. Es geht auch um die Daten und Informationen eurer Freunde, Familie und Bekannten.

Und wie bereits in einem älteren Artikel erwähnt, geht es nicht darum, dass „normale“ Bürger ja nichts zu verbergen haben, weil ihr Leben für Unternehmen uninteressant ist. Es geht darum nicht leichtgläubig euer Leben auf einem silbernen Tablet zu servieren, nur weil euch dafür im Tausch etwas mehr Komfort versprochen wird. Niemand kann abschätzen, für welche Art von Missbrauch eure Daten in Zukunft verwendet werden könnten. Denn selbst wenn ein Unternehmen vielleicht selbst keine Schandtaten mit euren Daten im Schilde führt, so könnten diese Daten genau so gut gestohlen werden und anderen Personen, Unternehmen oder Regierungen in die Hände fallen. Und was diese dann damit machen, überlasse ich einfach mal eurer Fantasie.

Aber was sind die Alternativen?

Eine oft genannte und von Edward Snowden persönlich empfohlene Alternative stellt die App Signal dar. Die von Open Whisper Systems entwickelte App setzt nicht nur auf permanente Verschlüsselung und Open Source, sondern speichert auch nahezu keine Daten seiner NutzerInnen.

Wie vor wenigen Wochen bekannt wurde, musste das Unternehmen hinter Signal nach einer gerichtlichen Anordnung die gespeicherten Nutzerdaten von zwei Personen herausgeben. Nachdem Open Whisper Systems dafür gekämpft hatte, die gerichtliche Aufforderung öffentlich machen zu dürfen, wurde nun bekannt, welche Daten weitergegeben wurden. Nachdem die App selbst kaum Informationen speichert, konnten die Entwickler nur das Datum der Registrierung und den Zeitpunkt der letzten Anmeldung liefern. Andere Daten werden nicht gespeichert oder sind durch die Verschlüsselung nicht einsehbar. (Quelle)

Es geht auch anders!

Ich weiß ein Umstieg scheint für viele unmöglich oder zumindest schwierig. Schließlich nutzt jeder WhatsApp und die Alternativen leiden meist an mangelnder Verbreitung. Aber irgendwann muss man beginnen, denn solange niemand anfängt, wird sich auch nichts ändern. Also installiert euch Signal, ermutigt eure Freunde und Familie sich Signal zumindest parallel zu WhatsApp zu installieren und gebt dem Ganzen eine Chance.

Macht gebrauch von euren Rechten und holt euch die Kontrolle über eure Daten zurück, bevor es zu spät ist!

Wer gerne mehr über WhatsApp und gute Gründe für einen Messengerwechsel lesen möchte, hier noch ein guter Artikel zum Thema: Artikel auf Netzpolitik.org

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Sei frech und wild und wunderbar!

Es ist nur eines von dutzenden Zitaten von Astrid Lindgren, die es definitiv wert sind, verbreitet und in diesem Fall sogar gelebt zu werden. Denn wenn wir uns ehrlich sind, dann hat unser inneres Kind eigentlich fast immer recht. Vielleicht hat es nicht die perfekte Lösung für ein Problem parat, aber die Richtung ist immer die Richtige. Es stellt zum Beispiel die klassische Frage nach dem Warum so lange, bis einem die Erklärungen ausgehen. Und genau in diesen Momenten könnte man, vorausgesetzt man steht dem ganzen auch offen gegenüber, erkennen, was für absurde Normen eigentlich unser Leben bestimmen. Bevor nun Leute kommentieren, dass Gesetze und Regeln ein unabdingbarer Grundsatz für eine funktionierende Gesellschaft seien. Diese Art von Regeln und Gesetzen meine ich gar nicht. Ich rede von Vorschriften, wie wir uns wem gegenüber zu verhalten haben. Was wir uns anziehen sollen. Wie wir gefälligst auch diejenigen freundlich grüßen sollen, die sich hinterrucks das Maul über einen zerreißen. Oder ja brav den Titel erwähnen sollen, damit dieser Person auch regelmäßig bewusst wird, wie gut die Entscheidung eines Studiums nicht war.

Ein Kind hinterfragt alles und das aus gutem Grund!

Aber sind diese Dinge wirklich von Bedeutung? Reicht es nicht allen Lebewesen, unabhängig der Herkunft, Bildung und Gattung mit einer ordentlichen Portion Respekt und einem offenen Herzen zu begegnen? Sollte das nicht Grundsatz genug sein? Natürlich nicht, denn wenn eine Regel nicht klar ausformuliert ist, a la: Das darfst du und das darfst du nicht! Dann bleibt Spielraum für Interpretationen. So sehen viele Menschen zum Beispiel das Aufziehen und Halten von Tieren rein zum Zweck der Nahrungsmittelproduktion als durchaus respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen. Bis zur Schlachtung geht es ihnen ja schließlich gut. Sie leben doch alle glücklich auf ihren Weiden, fressen frisches Gras und genießen ein sorgenfreies, entspanntes Leben.

Aber ist diese Auslegung wirklich vertretbar? Selbst wenn ein Tier über Jahre hinweg ein gutes und entspanntes Leben führen darf, darf sich der Mensch dennoch das Recht herausnehmen, über das Leben eines anderen Lebewesens zu richten? Darf ein Mensch sagen: „Bis hierhin hast du gut gelebt, also ist es absolut in Ordnung, dass ich dich jetzt töte.“ und damit ist der Fall erledigt? Was würde unser inneres Kind oder besser gesagt unser kindliches Ich zu so einer Aussage sagen? Wenn wir uns ehrlich sind, er bzw. sie wäre wohl nicht begeistert. Jetzt werden einige denken, dass ein Kind auch naiv ist und noch gar nicht weiß, wie es in unserer Welt so läuft. Aber ist das eine gute Rechtfertigung? Hat das Kind nicht doch recht damit, wenn es behauptet, dass man ein anderes Tier nicht töten darf? Hat das gute bzw. schlechte Leben wirklich etwas damit zu tun, ob das Töten gerechtfertigt ist?

Ein Kind denkt einfacher

Durch unsere Erziehung und das jahrelange Leben in unserer Gesellschaft lernen wir gewisse Dinge einfach hinzunehmen. Wir eignen uns die Fähigkeit an, die Augen vor Ungerechtigkeiten zu verschließen, uns selbst von der Verantwortung zu entbinden und andere für unser Glück bzw. Unglück verantwortlich zu machen. Schließlich sind wir nur eine einzige Person in einem Sammelsurium aus Abermillionen anderer Personen. Wie sollen wir angesichts dieser Tatsache tatsächlich etwas verändern können? Die Antwort ist ganz einfach. Wir können nicht von heute auf morgen Normen und Konventionen abschaffen, die über dutzende Jahre, wenn nicht sogar Jahrhunderte entstanden und gewachsen sind. Aber mit vielen kleinen Schritten können wir andere Menschen inspirieren, ihnen Alternativen aufzeigen und sie darin bestärken selbst Handlungen zu setzen. Und sind es nicht diese Momente, in denen man einen anderen Menschen wirklich erreicht, tausendmal mehr wert als jedes Produkt und jeder Titel, den wir erwerben können?

Werte verändern sich mit dem Alter

Kinder haben uns in vielerlei Hinsicht etwas voraus. Sie können unvoreingenommen an neue Fragen, Menschen und Herausforderungen herantreten. Sie erkennen sofort, wenn etwas falsch läuft und im Gegensatz zu uns suchen sie dann nicht einen Weg um es zu rechtfertigen, sondern sie suchen nach Lösungen. Wenn es um ihren eigenen Weg geht, lassen sie sich von niemand dreinreden. Sie gehen ihren eigenen Weg. Sei es nun was die Wahl der Ernährung, der Kleidung oder der Themen angeht, für die sie sich interessieren. Kinder haben noch das Recht frech, wild und wunderbar zu sein. In der Welt der Erwachsenen wird dies aber nicht gerne gesehen, hier gelten andere Werte. Hier gilt es sich gegenseitig im Mitschwimmen zu übertrumpfen, massenhaft Geld zu verdienen und reichlich Geld auszugeben, um als gemachter Mann bzw. Frau zu gelten.

Aber unter uns, wer hat sich nicht schon des Öfteren gewünscht einfach eine Rutsche hinabzurutschen, lauthals die eigene Freude hinauszubrüllen, lachend durch Wasserlacken zu laufen oder eine Sandburg zu bauen? Ohne dabei an die Blicke der umstehenden Menschen zu denken. Ohne dabei an das teure Smartphone, die neue Hose oder das frisch gewaschene Hemd zu denken. Nehmt euch ein Beispiel an den Kindern. Macht worauf ihr Lust habt und vergesst die Blicke der anderen Leute. Denn jeder von uns ist wunderbar und verdient es, frech und wild sein zu dürfen.

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Anderen ihr Glück zu vergönnen ist nicht einfach

Nach dem letzten Artikel zum Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ gab es allerlei Rückmeldungen, Diskussionen und auch einige persönliche Gespräche. Das Spannende daran: Viele Leserinnen und Leser stehen dem Thema grundsätzlich positiv gegenüber, haben aber gleichzeitig einige Bedenken bezüglich der Umsetzung. Und das ist auch absolut verständlich, denn ich habe bewusst weder ein klares Konzept vorgelegt noch Antworten auf alle potenziellen Fragen gegeben. Ich wollte sehen wie Menschen auf dieses Thema reagieren. Vor allem ob sie die Vorzüge dieses Systems sich selbst und auch anderen vergönnen würden.

So gab es unter anderem eine interessante Diskussion auf Facebook, aus der ich einiges mitgenommen habe. Die Kommentare haben nicht nur gezeigt, dass das Thema sehr polarisierend ist, sondern vor allem auch, dass es Fragen zur Sprache bringt, mit denen viele Menschen bis dato nicht in Berührung gekommen sind. Es werden dabei zum Beispiel Fragen aufgeworfen, ob man seinen Job auch weiterhin ausüben würde, wenn man das Gehalt unabhängig davon garantiert bekommen würde. Ob man anderen Menschen ein solches Sicherheitsnetz überhaupt vergönnen würde. Und vor allem stellt es die Frage in den Raum, ob dieses andersartige System in unserer Gesellschaft überhaupt funktionieren würde. Stichwort: Schmarotzerparadies. Und ich muss sagen, ich finde es gut, dass solche Fragen aufkommen.

Aber warum?

Nur durch Fragen werden wir auf Fehler aufmerksam. Nur durch Fragen können wir Mittel und Lösungen finden, um etwas zu verbessern. Und das sollte doch das Ziel einer gesunden Gesellschaft sein. Diese stetig und nachhaltig zu verbessern ohne davor zurückzuschrecken, gewisse Bereiche zu thematisieren und zu hinterfragen. Auch wenn diese auf den ersten Blick funktionieren, und bereits seit vielen Jahren genauso angewendet werden. Denn nur weil etwas schon lange so ist, heißt das nicht, dass es auch etwas Gutes ist. Wir selbst als Kinder haben ursprünglich genau so angefangen. Neugierig, frech und ständig auf der Suche nach der Sinnhaftigkeit von Regeln und Vorschriften. Warum muss ich das so machen? Warum muss ich dorthin gehen? Warum kann ich das nicht anziehen? Die ewige Frage nach dem „Warum“ muss wieder an Bedeutung gewinnen. Dann werden wir schon bald bemerken, wie viele Angewohnheiten eigentlich sinnlos sind. Und das ist etwas Gutes, etwas Befreiendes!

Nicht von heute auf morgen

Denn sein wir uns doch ehrlich. Die Vorstellung, in einem Land zu leben, in dem jeder Mensch genau das tun und arbeiten kann, was er/sie möchte, ohne Angst vor dem Verlust der Existenzgrundlage, ist doch großartig. Wir müssen es nur wieder lernen anderen Menschen auch ihr Glück zu vergönnen. Ob dies nun nach unseren Vorstellungen geschieht oder nach ihren eigenen spielt dabei keine Rolle. Wir müssen wieder lernen, dass unser System mit seiner Gleichmacherei nicht der richtige Weg ist. Jeder Mensch ist verschieden und jeder Mensch hat das Recht seine Andersartigkeit auch ausleben zu dürfen. Sei es nun in einem unüblichen Job, einem ausgefallenen Outfit oder mit einer anderen Art durch unsere Welt zu gehen.

Wir müssen lernen diese Einzigartigkeit der Menschen nicht nur zu tolerieren, sondern diese auch zu akzeptieren und vor allem zu respektieren. Solange eine Lebensweise keinerlei andere Lebewesen einschränkt oder schädigt, hat niemand das Recht diese Art zu Leben schlecht zu machen. Oder nehmen wir einmal die 40 Stundenwoche als Beispiel. Diese ist schlicht und ergreifend nicht für alle Menschen gleichermaßen zu bewältigen. Viele Menschen stecken dermaßen in diesem Rad fest, dass sie Jahre später aufwachen und glauben ihr halbes Leben verpasst zu haben. Midlife-Crisis und Burnout sind nur zwei Symptome. Was eine Person ohne Probleme wegstecken kann, bedeutet für eine andere vielleicht pures Unglück. Und das müssen wir wieder lernen. Niemand kann für jemanden anderen bestimmen, was der richtige Weg ist. Das können wir nur für uns selbst beurteilen.

Warum hast du deinen tollen Job gekündigt?

Wenn wir aufhören andere Menschen ständig für ihre Lebensentscheidungen zu verurteilen, dann können wir uns auch wieder mehr auf unsere eigenen Entscheidungen konzentrieren. Wieder ein Gefühl dafür entwickeln, auf uns selbst zu hören. Eigene Grundsätze aufzustellen und nicht darauf zu verlassen was andere einem als unumgängliches Fixum verkaufen wollen. Weg von der Leistungsgesellschaft, in der man nur etwas „wert“ ist, wenn man zuvor auch etwas geleistet hat. Und hin zu einer Gesellschaft, die sich gegenseitig wieder etwas vergönnt. Die Aussteiger und diejenigen die in diesem System einfach nicht zurechtkommen nicht ausschließt, sondern ernst nimmt und auffängt. Hin zu einem großen Miteinander und weg von „perfekten“ Vorbildern, die exakt nach Plan leben, nur um mehr zu haben als andere.

Denn braucht man dieses „mehr“ überhaupt? Müssen wir uns stetig mehr leisten als andere? Oder haben wir uns vielleicht gar einreden lassen, dass es uns erst gut gehen kann, wenn wir Summe X verdienen, Auto Y fahren und in einem Haus mit Z Quadratmetern wohnen? Denn alles, was in unserer Gesellschaft nicht messbar ist, wird sofort als wertlos und unnütz abgestempelt. So lernen wir unseren Kindern bereits von klein auf: Nur wer messbare Leistung bringt – also gute Noten – verdient auch etwas. Alle anderen fallen leider durch den Raster und gelten als wertlos für unsere Gesellschaft. Und allein dieser Punkt sollte uns zu denken geben.

Zum Ausklang

In den letzten Jahren habe ich vieles über mich selbst gelernt. Und eines davon ist die Tatsache, dass ich viel entspannter geworden bin, seitdem ich aufgehört habe Dingen als wichtig oder erstrebenswert zu erachten, die es eigentlich nicht sind. Weder das hohe Gehalt noch das regelmäßig in den Urlaub fahren machen einen dauerhaft glücklich. Es verhilft einem zwar immer wieder vorübergehend zu Glücksgefühlen. Aber zum richtigen Glück braucht es vor allem eines: Man muss wieder lernen, mit sich selbst allein sein zu können. Und dazu gehört sich mit seinen eigenen Fehlern abzufinden, sich selbst zu akzeptieren wie man ist und Entscheidungen zu treffen, hinter denen man zu 100 % stehen kann. Dann kann man auch akzeptieren, dass andere Menschen einen anderen Weg einschlagen und ihnen ihr Glück auch von ganzen Herzen vergönnen.

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Bedingungsloses Grundeinkommen: Freiheit statt Zwang

Spätestens seit Anfang Juni als die Schweizer über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (= BGE) abgestimmt haben, ist das Thema in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Und obwohl unsere Nachbarn den Antrag abgelehnt haben, so gab es doch eine Zustimmung von immerhin 23 Prozent. Für einen ersten Versuch ein sehr gutes Ergebnis, dass vor allem für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema sorgen wird. Doch was ist mit einem bedingungslosen Grundeinkommen eigentlich gemeint? Und würde dann überhaupt noch jemand arbeiten gehen?

Was ist ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen, wie es der Name bereits vermuten lässt, gewährt jedem Menschen ein festgelegtes und gleich hohes monatliches Grundeinkommen. Der Clou an der Sache: Es muss keine Gegenleistung erbracht werden. Unabhängig davon, ob man Langzeitarbeitsloser, frischer Schulabgänger oder Angestellter ist. Jeder Mensch würde garantiert eine bestimmte Summe im Monat ausgezahlt bekommen. Wer mehr verdienen möchte, kann natürlich weiterhin einem Job nachgehen und sich dadurch das eigene Konto aufbessern. Dafür wären bisherige Sozialleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Mindestsicherung, etc. durch das BGE ersetzt bzw. obsolet.

Wer würde dann noch arbeiten?

Kaum jemand würde nach der Einführung des BGE nicht mehr arbeiten gehen. Allerdings glaubt nahezu jeder, dass alle Anderen nicht mehr arbeiten gehen würden. Ist das nicht ein bisschen absurd? Natürlich würden Menschen weiterhin arbeiten gehen, allein schon um mehr Geld auf dem Konto zu haben und um sich mehr leisten zu können. Würde ein BGE in Österreich eingeführt werden, dann würden wir vermutlich von ungefähr 1000 € pro Monat sprechen. Das ist bei Weitem keine Riesensumme, von der man in Saus und Braus leben könnte, aber es wäre genug um nicht Existenzängste haben zu müssen.

Es nimmt den Menschen den Druck

Burn-out, Überstunden & Langzeitarbeitslose sind nur drei stellvertretende Begriffe, für verbreitete und akzeptierte Nebenerscheinungen unserer modernen und fortschrittlichen Gesellschaft. Arbeit ist nicht mehr eine Chance zur Selbstverwirklichung, sondern wurde degradiert zur reinen Lohnarbeit mit nur einem Zweck: Geld verdienen. Denn ohne Geld kommt man bekanntlich nicht weit. Zumindest in unseren Breitengraden. Wie man sich vorstellen kann oder vielleicht bereits am eigenen Leib erfahren hat, erzeugt diese Tatsache einen gewissen Druck. Vor allem Menschen, die keine Ausbildung, ein gewisses Alter oder einen Job gelernt haben, der auf wenig Nachfrage stößt, spüren diesen. Sei es der Druck sich ständig erklären zu müssen, warum man nicht etwas anderes gelernt hat bzw. bereits früher etwas für schlechte Zeiten beiseitegelegt hat. Oder die Angst ob man sich morgen überhaupt noch die Miete bzw. etwas zu Essen leisten kann. So oder so keine schöne Vorstellung.

Auch wenn es mittlerweile Usus sein mag Druck als Motivator zu missbrauchen, so halte ich es dennoch für den falschen Weg. Denn wollen wir wirklich von Menschen umgeben sein, die nur Lohnarbeit verrichten, um zu überleben? Nur weil Geld als Druckmittel so gut funktioniert? Wäre eine Gesellschaft abseits von Zwängen nicht eine viel lebenswertere und erstrebenswertere? Eine Gesellschaft, in der jede Frau und jeder Mann entscheiden kann, was sie bzw. er tun möchte, ohne permanent in eine vorbestimmte Richtung gedrückt zu werden. Und ohne dem permanenten Herunterbeten der immer gleichen phrasenhaften Ausreden à la: „Das Leben ist nunmal hart“, „Hätte ich früher doch nur was Anständiges gelernt“ und „Irgendwer muss das doch schließlich machen“.

Aber wer macht dann noch die ganzen Drecksjobs?

Ganz einfach: niemand. Außer natürlich wir würden diese Jobs in Zukunft ausreichend entlohnen, für ordentliche Arbeitsbedingungen und -zeiten sorgen und den Menschen, die diese Arbeiten verrichten, endlich mehr Wertschätzung entgegen bringen. Wir alle wissen, dass es sich um unwürdige und schlecht bezahlte Drecksjobs handelt. Dennoch tolerieren wir es, dass Menschen diese Tätigkeiten erledigen, weil sie keine andere Wahl haben und auf das Geld angewiesen sind. Und nur weil es sich dabei um Jobs handelt, die jede bzw. jeder machen kann, heißt das nicht, dass wir diejenigen auch noch unterdrücken und schlecht bezahlen dürfen. Wenn es allerdings ein BGE in unserem Land gäbe, so würden wir diesen Menschen auch die Entscheidungsfreiheit geben, ob sie den Job weiterhin ausüben möchten oder nicht.

Was würdet ihr tun?

Bevor ich mir nun dutzende Fragen zur Umsetzung schickt, beantwortet für euch selbst die folgenden Fragen: Was würdet ihr tun, wenn ihr ein bedingungsloses Grundeinkommen hättet? Was würdet ihr tun, wenn egal was auch passiert, eure Fixkosten auf jeden Fall gedeckt wären und ihr euch darüber keine Sorgen mehr machen müsstet? Würdet ihr weiterhin im selben Job arbeiten? Würdet ihr genauso weiterleben wie bisher? Oder würdet ihr euch vielleicht, dank dieser Sicherheit, endlich dazu aufraffen, eine Veränderung in eurem Leben durchzuführen? Wie wäre es endlich etwas in Angriff nehmen zu können, das ihr bereits zahllose Jahre vor euch hergeschoben habt, weil es neben einer Vollzeitanstellung einfach nicht machbar ist?

Wäre das nicht eine super Sache? Wäre das nicht eine Chance für alle Menschen endlich das tun zu können, was ihnen wirklich Spaß macht? Nun werden einige denken, das Leben ist aber nicht nur Spaß. Aber warum ist das überhaupt so und kann man das nicht wieder ändern? Natürlich kann so etwas nicht von heute auf morgen eingeführt werden und alle sind glücklich. Aber ich finde, es ist ein Ziel, das es wert ist zu verfolgen.

Mehr Informationen gefällig?

Für alle, die nun mehr zum Thema lesen möchten, empfehle ich die folgende Webseite zur Schweizer Volksabstimmung zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen. Das folgende Interview mit dem Gründer der Webseite Mein-Grundeinkommen.de. Und für alle, die nicht mehr abwarten wollen, bis das bedingungslose Grundeinkommen endlich eingeführt wird, auf Mein-Grundeinkommen.de könnt ihr regelmäßig Grundeinkommen für ein Jahr gewinnen. Ohne jegliche Bedingungen versteht sich. 🙂

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