Ein Ohr dem Wind leihen

Es gibt Gefühle und Momente, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Für mich ist ein solcher, schwer beschreibbarer Moment immer dann, wenn ich an der frischen Luft unterwegs bin und mir der Wind um die Ohren bläst. Ich weiß nicht warum, aber ich liebe es den Wind auf meiner Haut zu fühlen und einfach nur dazustehen und „zuzuhören“. Diese unsichtbare Kraft die einen mal schwächer, mal stärker begegnet löst in mir immer ein wohliges Gefühl aus.

Diese Momente, in denen man einfach nur dasteht, den Wind auf der Haut spürt und alles andere auf der Welt für einige Sekunden ausblendet. Diese Momente sind es die das eigene Ego schrumpfen lassen und mir wieder bewusst machen, wie faszinierend unsere Welt eigentlich ist und wie glücklich wir uns alle schätzen sollten. Es erinnert mich auch daran, jeden Tag dankbar zu sein und mich an jeder noch so kleinen Kleinigkeit zu erfreuen. Und es gibt unendlich viele Dinge, die einem tagtäglich ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Sei es eine frisch aufgeblühte Frühlingsblume, eine Biene, die sich vermutlich ebenfalls darüber freut oder einfach ein simpler Schluck Wasser. Jede Handlung, jeder Moment und jedes Bild, das sich einem bietet, kann mit der richtigen Einstellung positiv verbunden werden oder zu etwas Positivem führen.

Wir haben es selbst in der Hand

Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingen mag, aber wir haben unser Glück selbst in der Hand. Nur wir selbst können dafür sorgen, dass es uns gut geht. Niemand kann uns Glück zur Verfügung stellen, wenn wir nicht bereit sind, es auch entgegen zu nehmen. Wir müssen unser eigenes Ego Stück für Stück abbauen und stattdessen zu Schätzen lernen, was uns tagtäglich geschenkt wird. Denn wenn wir uns in ständige Unruhe stürzen und immer nur in höher, größer und weiter denken. So wird unser Geist früher oder später den Anschluss verlieren. Oder anders gesagt: Wenn ich mich ständig von einer Anschaffung zur Nächsten oder von einem beruflichen Erfolg zum Nächsten handle und dabei meine eigene Entwicklung hinten anstelle. So wird es mir schwerfallen mit mir selbst klar zukommen, wenn diese Dinge einmal nicht so leicht von der Hand gehen.

Wenn von einem Tag auf den anderen Konsumgüter nicht mehr genügen oder ich mich beruflich in eine Sackgasse manövriert habe. Erst dann werde ich merken, dass bei all den schönen, tollen und teuren Dingen etwas ganz essenzielles auf der Strecke geblieben ist. Nämlich der eigene Geist, die eigene Seele oder wie auch immer man es bezeichnen möchte. Ich halte es daher für immens wichtig sich auch einmal die Zeit zu nehmen sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Ich für meinen Teil mache dass am liebsten außerhalb der eigenen vier Wände. Denn wenn ich den Wind auf meiner Haut spüre, dann überkommt mich nicht nur ein wohliges Gefühl, sondern ich denke auch wieder daran, wie gut es mir eigentlich geht. Wie glücklich ich mich schätzen kann, auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde geboren worden zu sein. Welche wunderschönen Überraschungen die Natur für mich bereithält, wenn ich aufmerksam und mit wachem Geist spazieren gehe. Und diese Momente sind es auch, die mich daran erinnern, was tatsächliche Freiheit bedeutet.

 

„Nur wer frei ist, kann auch anderen Menschen die Freiheit erlauben. Und nur ein Gefangener hält auch andere Menschen gefangen.“

 

Freiheit hat nichts mit Geld zu tun

Tatsächliche Freiheit ist nichts Messbares. Nichts was man sich durch Lohnarbeit erarbeiten muss und auch nichts, was man anderen Personen wegnehmen kann. Ich selbst habe Freiheit lange Zeit mit der Möglichkeit des regelmäßigen Vereisens, dem Besitz eines Autos, Einkaufsmöglichkeiten und ähnlichen Dingen gleich gesetzt. Doch all das, hat rein gar nichts mit der wahren Natur von Freiheit zu tun. Denn Freiheit hat nichts mit finanziellen Mitteln, Besitztümern und sonstigen Nichtigkeiten zu tun. Ganz im Gegenteil. Umso mehr Besitztümer wir ansammeln, umso mehr Regeln wir uns selbst auferlegen und umso mehr Unwahrheiten wir uns schön reden. Desto mehr schränken wir uns selbst ein.

Wir lenken uns ab mit Dingen, die simpel und leicht verständlich sind, und reden uns ein, dass dies der einzige Weg zu einem glücklicheren Leben ist. Nehmen wir das Beispiel Konsum. Um mir Produkt A kaufen zu können, muss ich x Tage arbeiten, um es mir leisten zu können. Ein total einfaches Konzept, das leicht nachvollziehbar ist und mir sofort aufzeigt, was ich möchte und was ich dafür tun muss.

Aber tief in uns wissen wir alle, dass dies nicht der richtige Weg ist. Denn das neue Auto befreit uns ebenso wenig wie das neue Haus, der neue Flachbildfernseher oder das teure Smartphone. Natürlich kann ich durch diese Dinge ein anderes Leben führen, als ohne. Aber ist es wirklich ein besseres oder gar ein freieres Leben? Macht es mein Leben wirklich freier, wenn ich dermaßen viele monatliche Ausgaben ansammle, dass ich verpflichtet bin, einen Vollzeitjob nachzugehen? Selbst wenn mir der Job Spaß macht, so hat es dennoch nichts mit Freiheit zu tun. Jemand der vier Mal im Jahr auf Urlaub fliegt, ist nicht freier als jemand der nur in Österreich bleibt. Ebenso verschafft mir ein € 90.000 Auto nicht mehr Freiheit als es ein Fahrrad oder Wanderschuhe tun.

Freiheit ist Kopfsache

Denn wahre Freiheit muss jeder Mensch für sich selbst erforschen. Freiheit beginnt im Kopf und daher kann ich auch niemand seiner Freiheit berauben. Ich kann jemanden vielleicht einsperren, aber ob dieser Mensch tatsächlich frei ist, kann nur sie bzw. er selbst bestimmen. Freiheit beginnt dort, wo wir aufhören darüber nachzudenken, was andere von uns halten. Sie beginnt dort, wo wir damit aufhören uns von anderen Menschen einreden zu lassen, was wir brauchen, um tatsächlich frei zu sein. Und vor allem beginnt Freiheit dort, wo wir aufhören uns selbst Grenzen zu setzen und uns selbst ständig infrage zu stellen.

Wenn Ihr also das nächste Mal draußen unterwegs seid und den Wind auf Eurer Haut spürt. Dann hört gut zu, denn vielleicht erzählt er Euch ja das eine oder andere Geheimnis. 😉

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