Es gibt immer was zu tun!

Es gibt immer was zu tun!

Und obwohl der Satz vor allem als Werbeslogan durch eine bekannte Baumarktkette dazu verwendet wird, um Menschen dazu anzuspornen Geld für Güter auszugeben, so gilt dieser Satz auch für unser Leben. Denn wie langweilig wäre das Leben, wenn wir uns nicht ständig neue Ziele setzen und Neues ausprobieren würden? Eben.

Those who do not move on, move back.

Meine Freundin und ich lieben es einfach, sich ständig weiterzuentwickeln, neue Projekte zu starten und neue Herausforderungen in Angriff zu nehmen. So kam es in den letzten Jahren unter anderen dazu, dass wir uns für einen veganen Lebensstil entschieden haben, unser Fernseher weichen musste, ein Gemüsebeet im Garten nicht mehr wegzudenken ist, fast ausschließlich Biolebensmittel den Weg in unsere Wohnung finden und noch viele andere Dinge. Natürlich haben wir auch für die Zukunft allerlei spannende Ideen. Diese verändern sich zwar ständig, im Großen und Ganzen laufen alle aber auf ein ganz bestimmtes Ziel hinaus. Wir möchten ein Leben führen, dass voll von Respekt, Bewusstheit, Wertschätzung, Liebe, Friede und Mitgefühl ist. Nicht nur unseren Mitmenschen gegenüber, sondern vor allem auch unserem Planeten.

Ob dies nun in einem Tiny House, einer solidarischen Landwirtschaft, einem Lebenshof, einem Selbstversorger Bauernhof oder einer Kombination aus all dem geschieht, steht dabei noch in den Sternen. Was ich allerdings heute bereits ankündigen kann, ist die Tatsache, dass wir mal wieder mit voller Energie eine neue Herausforderung angenommen haben. Wir sind im Moment drauf und dran in sämtlichen Bereichen unserer Wohnung zu reduzieren. Sei dies nun Kleidung, Küchenutensilien, Möbel oder einfach nur sonstiges Klumpat, das sich einfach über die Jahre im Keller, Abstellraum oder Schubladen angesammelt hat.

Aber warum reduzieren, wenn man es ohnehin schon hat?

Meine Freundin und ich haben uns über die letzten Jahre massiv verändert. Also wird es auch Zeit, dass sich unsere Art des Wohnens verändert. Denn auch wenn es einem erst gar nicht auffällt, aber viele Besitztümern verstellen nicht nur eine Unmenge an Raum. Sie verleiten einen auch schnell dazu unbewusster damit umzugehen, denn man hat ja genügend davon. Sei dies nun ein T-Shirt, das weniger Wert hat, weil man ohnehin noch 80 andere hat oder ein Teller, der zerspringt, denn auch davon hat man noch 9 weitere. Hier ganz bewusst zu sagen: Eigentlich reichen uns auch 6 Teller, 6 Gabeln, 6 Messer und 6 Löffel hat dabei viel mehr Gewicht als bloße Platzreduktion. Es „zwingt“ uns auch dazu schmutziges Geschirr nicht mehr bis übermorgen stehen zu lassen. Es „zwingt“ uns auch dazu besser auf die vorhandenen Dinge achtzugeben. Und vor allem macht es auch Themen wie Putzen und Übersiedeln wesentlich simpler und schneller. Denn wer weniger hat, muss natürlich weniger Putzen und weniger Kästen haben, um alles zu verstauen. Und das wiederum lässt mehr Raum für andere Dinge im Leben. Oder anders gesagt: Es sorgt für mehr Freiheit!

Veränderung beginnt bei einem selbst

Gestern haben wir zum Beispiel in unserem Kleiderkasten gestartet. Das Ergebnis: Statt zwei großer Kleiderkästen brauchen wir in Zukunft nur noch einen. Das reduziert nicht nur die Schmutzwäscheberge im Schlaf- & Badezimmer, sondern erlaubt uns auch den frei gewordenen Raum einem anderen Nutzen zuzuführen. Damit ihr eine ungefähre Ahnung davon habt, wie viel wir aussortiert haben: Ich konnte bis gestern auf eine wirklich ansehnliche T-Shirt Sammlung blicken, die aus ungefähr 80-90 Stück bestand. Gut 50 davon liegen nun gemeinsam mit meinem Anzug, einem Sakko, meinen verbliebenen Hemden, all meinen Krawatten, einigen Pullovern, zwei Österreichtrikots und einigen anderen Dingen transportfertig in einer Kiste und warten nur darauf verliefert zu werden. ( Diverse T-Shirts wanderten aufgrund des Zustands direkt in den Mistkübel. 😉 )

Was bleibt sind nur Dinge, die ich regelmäßig anziehe und wirklich gerne trage. Auch unser Schuhkasten im Vorzimmer ist mittlerweile leer und wird in den nächsten Tagen verschenkt bzw. gespendet. Insgesamt haben wir in etwa 15 Paar Schuhe aussortiert. Auch hier wieder nur Schuhe, die entweder bereits vollkommen abgetragen waren oder einfach nicht mehr getragen werden. Und schon haben wir wieder ein Ort mehr, den wir von unnötigem Ballast befreien konnten und nun für anderes verwenden oder einfach leer lassen können.

Konzentration auf das Wesentliche

Wie so oft im Leben werden Intentionen von anderen Menschen auch gerne falsch aufgefasst. So wird das Reduzieren der Besitztümer gerne als Verzichten, Einschränken oder schlicht etwas Negatives wahrgenommen. Dabei ist es eigentlich exakt das Gegenteil. Denn unsere Wohnung platzt nicht aus allen Nähten, sodass wir quasi gezwungen sind, Platz zu schaffen. Ebenso wenig trennen wir uns von diesen Dingen, weil wir sie verkaufen möchten, um Geld zusammenzukratzen.

Wir trennen uns von diesen Dingen, weil wir sie schlicht und ergreifend nicht brauchen. Wir haben sie in den vergangenen Monaten/Jahren nicht gebraucht und werden sie auch sicherlich in den nächsten Monaten/Jahren nicht vermissen. Warum also dennoch daran fest klammern und zwanghaft nach Gründen suchen, wann man sie vielleicht doch einmal brauchen könnte? Oder sich einreden, dass sie sentimentalen Wert besitzen, weil man es damals in diesem und jenem Urlaub gekauft hat.

Natürlich kann es einzigartige Dinge geben, die man sich von Zeit zu Zeit ansieht, um in Erinnerungen zu schwelgen. Versteht mich nicht falsch, wir Kübeln jetzt nicht alles, was keinen messbaren Nutzen hat. Selbstverständlich wird es auch in Zukunft in unserer Wohnung noch dutzende Gegenstände geben, die lediglich der Gemütlichkeit dienen oder uns schlicht an schöne Momente erinnern. Aber wir messen mittlerweile einfach mit einen anderem Maß als noch vor 1-2 Jahren.

So hatte ich zum Beispiel bis vor kurzem noch ca. 6-8 Hard Rock Cafe T-Shirts aus den unterschiedlichsten Städten. Doch brauche ich diese T-Shirts wirklich, um mich an diese Reisen zu erinnern? Natürlich nicht. Also weg damit, denn eigentlich finde ich das Konzept hinter der Marke „Hard Rock Cafe“ alles andere als toll. Ganz im Gegenteil, es handelt sich um ein Unternehmen mit Milliardenumsätzen, das mit Fleisch, Tierleid und Glücksspiel Unsummen verdient. Aber seis drum, früher war ich Fan dieser Lokale, heutzutage sieht es eben anders aus.

Was bleibt ist mehr Platz

Im Moment sind wir also mittendrin im Aussortieren und Reduzieren. Heute haben wir zum Beispiel die Küche in Angriff genommen. Teller, Gläser, Besteck, Backformen, Tassen und vieles mehr stehen bereits auf der Küchenzeile und warten darauf verpackt zu werden. Was noch alles dazu kommt und wie es uns damit geht, erfahrt ihr dann in einem zukünftigen Beitrag. Jetzt müssen wir erst mal Kartons besorgen, damit wir die ganzen Dinge auch ordentlich abtransportieren können.

Wenn ihr euch bis dahin mehr mit dem Thema Reduzieren bzw. Minimalismus beschäftigen wollt, kann ich euch u.a. „Minimalism“ auf Netflix und folgende Youtube Videos empfehlen:

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