Es gibt immer was zu tun!

Balloons at Sunrise

Und obwohl der Satz vor allem als Werbeslogan durch eine bekannte Baumarktkette dazu verwendet wird, um Menschen dazu anzuspornen Geld für Güter auszugeben, so gilt dieser Satz auch für unser Leben. Denn wie langweilig wäre das Leben, wenn wir uns nicht ständig neue Ziele setzen und Neues ausprobieren würden? Eben.

Those who do not move on, move back.

Meine Freundin und ich lieben es einfach, sich ständig weiterzuentwickeln, neue Projekte zu starten und neue Herausforderungen in Angriff zu nehmen. So kam es in den letzten Jahren unter anderen dazu, dass wir uns für einen veganen Lebensstil entschieden haben, unser Fernseher weichen musste, ein Gemüsebeet im Garten nicht mehr wegzudenken ist, fast ausschließlich Biolebensmittel den Weg in unsere Wohnung finden und noch viele andere Dinge. Natürlich haben wir auch für die Zukunft allerlei spannende Ideen. Diese verändern sich zwar ständig, im Großen und Ganzen laufen alle aber auf ein ganz bestimmtes Ziel hinaus. Wir möchten ein Leben führen, dass voll von Respekt, Bewusstheit, Wertschätzung, Liebe, Friede und Mitgefühl ist. Nicht nur unseren Mitmenschen gegenüber, sondern vor allem auch unserem Planeten.

Ob dies nun in einem Tiny House, einer solidarischen Landwirtschaft, einem Lebenshof, einem Selbstversorger Bauernhof oder einer Kombination aus all dem geschieht, steht dabei noch in den Sternen. Was ich allerdings heute bereits ankündigen kann, ist die Tatsache, dass wir mal wieder mit voller Energie eine neue Herausforderung angenommen haben. Wir sind im Moment drauf und dran in sämtlichen Bereichen unserer Wohnung zu reduzieren. Sei dies nun Kleidung, Küchenutensilien, Möbel oder einfach nur sonstiges Klumpat, das sich einfach über die Jahre im Keller, Abstellraum oder Schubladen angesammelt hat.

Aber warum reduzieren, wenn man es ohnehin schon hat?

Meine Freundin und ich haben uns über die letzten Jahre massiv verändert. Also wird es auch Zeit, dass sich unsere Art des Wohnens verändert. Denn auch wenn es einem erst gar nicht auffällt, aber viele Besitztümern verstellen nicht nur eine Unmenge an Raum. Sie verleiten einen auch schnell dazu unbewusster damit umzugehen, denn man hat ja genügend davon. Sei dies nun ein T-Shirt, das weniger Wert hat, weil man ohnehin noch 80 andere hat oder ein Teller, der zerspringt, denn auch davon hat man noch 9 weitere. Hier ganz bewusst zu sagen: Eigentlich reichen uns auch 6 Teller, 6 Gabeln, 6 Messer und 6 Löffel hat dabei viel mehr Gewicht als bloße Platzreduktion. Es „zwingt“ uns auch dazu schmutziges Geschirr nicht mehr bis übermorgen stehen zu lassen. Es „zwingt“ uns auch dazu besser auf die vorhandenen Dinge achtzugeben. Und vor allem macht es auch Themen wie Putzen und Übersiedeln wesentlich simpler und schneller. Denn wer weniger hat, muss natürlich weniger Putzen und weniger Kästen haben, um alles zu verstauen. Und das wiederum lässt mehr Raum für andere Dinge im Leben. Oder anders gesagt: Es sorgt für mehr Freiheit!

Veränderung beginnt bei einem selbst

Gestern haben wir zum Beispiel in unserem Kleiderkasten gestartet. Das Ergebnis: Statt zwei großer Kleiderkästen brauchen wir in Zukunft nur noch einen. Das reduziert nicht nur die Schmutzwäscheberge im Schlaf- & Badezimmer, sondern erlaubt uns auch den frei gewordenen Raum einem anderen Nutzen zuzuführen. Damit ihr eine ungefähre Ahnung davon habt, wie viel wir aussortiert haben: Ich konnte bis gestern auf eine wirklich ansehnliche T-Shirt Sammlung blicken, die aus ungefähr 80-90 Stück bestand. Gut 50 davon liegen nun gemeinsam mit meinem Anzug, einem Sakko, meinen verbliebenen Hemden, all meinen Krawatten, einigen Pullovern, zwei Österreichtrikots und einigen anderen Dingen transportfertig in einer Kiste und warten nur darauf verliefert zu werden. ( Diverse T-Shirts wanderten aufgrund des Zustands direkt in den Mistkübel. 😉 )

Was bleibt sind nur Dinge, die ich regelmäßig anziehe und wirklich gerne trage. Auch unser Schuhkasten im Vorzimmer ist mittlerweile leer und wird in den nächsten Tagen verschenkt bzw. gespendet. Insgesamt haben wir in etwa 15 Paar Schuhe aussortiert. Auch hier wieder nur Schuhe, die entweder bereits vollkommen abgetragen waren oder einfach nicht mehr getragen werden. Und schon haben wir wieder ein Ort mehr, den wir von unnötigem Ballast befreien konnten und nun für anderes verwenden oder einfach leer lassen können.

Konzentration auf das Wesentliche

Wie so oft im Leben werden Intentionen von anderen Menschen auch gerne falsch aufgefasst. So wird das Reduzieren der Besitztümer gerne als Verzichten, Einschränken oder schlicht etwas Negatives wahrgenommen. Dabei ist es eigentlich exakt das Gegenteil. Denn unsere Wohnung platzt nicht aus allen Nähten, sodass wir quasi gezwungen sind, Platz zu schaffen. Ebenso wenig trennen wir uns von diesen Dingen, weil wir sie verkaufen möchten, um Geld zusammenzukratzen.

Wir trennen uns von diesen Dingen, weil wir sie schlicht und ergreifend nicht brauchen. Wir haben sie in den vergangenen Monaten/Jahren nicht gebraucht und werden sie auch sicherlich in den nächsten Monaten/Jahren nicht vermissen. Warum also dennoch daran fest klammern und zwanghaft nach Gründen suchen, wann man sie vielleicht doch einmal brauchen könnte? Oder sich einreden, dass sie sentimentalen Wert besitzen, weil man es damals in diesem und jenem Urlaub gekauft hat.

Natürlich kann es einzigartige Dinge geben, die man sich von Zeit zu Zeit ansieht, um in Erinnerungen zu schwelgen. Versteht mich nicht falsch, wir Kübeln jetzt nicht alles, was keinen messbaren Nutzen hat. Selbstverständlich wird es auch in Zukunft in unserer Wohnung noch dutzende Gegenstände geben, die lediglich der Gemütlichkeit dienen oder uns schlicht an schöne Momente erinnern. Aber wir messen mittlerweile einfach mit einen anderem Maß als noch vor 1-2 Jahren.

So hatte ich zum Beispiel bis vor kurzem noch ca. 6-8 Hard Rock Cafe T-Shirts aus den unterschiedlichsten Städten. Doch brauche ich diese T-Shirts wirklich, um mich an diese Reisen zu erinnern? Natürlich nicht. Also weg damit, denn eigentlich finde ich das Konzept hinter der Marke „Hard Rock Cafe“ alles andere als toll. Ganz im Gegenteil, es handelt sich um ein Unternehmen mit Milliardenumsätzen, das mit Fleisch, Tierleid und Glücksspiel Unsummen verdient. Aber seis drum, früher war ich Fan dieser Lokale, heutzutage sieht es eben anders aus.

Was bleibt ist mehr Platz

Im Moment sind wir also mittendrin im Aussortieren und Reduzieren. Heute haben wir zum Beispiel die Küche in Angriff genommen. Teller, Gläser, Besteck, Backformen, Tassen und vieles mehr stehen bereits auf der Küchenzeile und warten darauf verpackt zu werden. Was noch alles dazu kommt und wie es uns damit geht, erfahrt ihr dann in einem zukünftigen Beitrag. Jetzt müssen wir erst mal Kartons besorgen, damit wir die ganzen Dinge auch ordentlich abtransportieren können.

Wenn ihr euch bis dahin mehr mit dem Thema Reduzieren bzw. Minimalismus beschäftigen wollt, kann ich euch u.a. „Minimalism“ auf Netflix und folgende Youtube Videos empfehlen:

Träume leben beginnt im Kopf

Es wirkt fast als hätten viele Menschen das Träumen verlernt. Und ich rede nicht von teuren Anschaffungen, dem kleinen Haus mitten im Grünen und Ähnlichem. Nein, ich rede von Träumen, die man ganz ohne Geld erreichen kann. Träume die weit über den finanziellen und gesellschaftlichen Status hinausgehen. Ich rede von Ambitionen, die das eigene Leben in der direktesten Art und Weise betreffen. Ich rede von Ambitionen, die für andere Menschen eventuell verrückt, weltfremd oder schlicht dumm bezeichnet werden. Davon etwas erreichen zu wollen, dass gesellschaftlich nicht als „wertvoll“, „bedeutungsvoll“ oder „wichtig“ angesehen wird, aber sehr wohl für uns selbst die Welt bedeuten kann. Es geht mir darum, dass Menschen sich wieder Gedanken über Dinge machen, die sie tatsächlich interessieren und nicht darüber was gerade angesagt oder vorgeschrieben ist.

Geld ist nicht alles

Jeder Mensch kennt diesen Satz und dennoch leben wir alle genau das Gegenteil davon. Wir schuften uns tagtäglich für ein paar Zahlen am Kontoauszug ab und verdrängen die Dinge, die uns wirklich wichtig sind. Wir haben uns in ein System drängen lassen, dass uns unendliche Freiheit vorgaukelt und gleichzeitig so viele Auflagen aufzwingt, dass wir im Endeffekt nur in zwei Bereichen mehr oder weniger Entscheidungsfreiheit genießen können:

  1. Wie möchte ich mein Geld verdienen?
  2. Wie möchte ich mein Geld ausgeben?

Wenn wir es genau nehmen, da haben wir nicht einmal in diesen zwei Punkten einen Hauch von Freiheit. Denn sobald jemand eine Einkommensquelle wählt, die gesellschaftlich nicht angesehen ist, beginnt ein regelrechter Spießrutenlauf. Sie werden belächelt, nicht ernst genommen oder sogar als minderwertig angesehen. Anstatt sie zu fragen, warum sie diesen Job gewählt haben, werden sie direkt verurteilt und als faul, unambitioniert oder sogar dumm abgestempelt. Denn, wenn jemand nicht danach strebt möglichst große Zahlen am Konto zu haben wird er schief angeschaut und als weltfremd bezeichnet.

Ebenso werden Menschen verurteilt, die ihren eigenen Weg gehen wollen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere Menschen darüber denken. Die lieber etwas altes, Gebrauchtes wieder verwenden, anstatt immer das Neueste zu kaufen. Menschen, die sich nicht tagtäglich durch die Tageszeitungen quälen, um über sämtliche Straftaten der letzten 24 Stunden Bescheid zu wissen, sondern ihre Energie lieber in etwas Sinnvolles und Nützliches investieren. Menschen, die lieber an Projekten arbeiten, die Menschen wieder zusammenbringen anstatt an Apps, Gadgets und sonstigen Schnickschnack, der sie immer weiter voneinander entfernt.

Das letzte Hemd hat keine Taschen

Besitztümer können uns natürlich in vielerlei Hinsicht nützlich sein, aber Sinn gebend werden sie niemals sein. Wie sollten sie auch? Es sind schließlich nur Objekte, die mit der Zeit verschwinden, unbedeutsam werden oder kaputt gehen. Sie sind nun mal kein Teil von uns und der Natur, die uns umgibt. Sie wurden künstlich erschaffen und können stets ersetzt oder repariert werden. Dementsprechend beschränkt ist ihre Wirkung, ihr Sinn und ihr Nutzen. Und auch wenn nun viele sagen werden, dass sie sich dieser Tatsache ohnehin bewusst sind. Warum verbringt ihr dann den Großteil eurer Lebenszeit damit immer mehr und immer teurere Besitztümer anzuhäufen? Man könnte doch ebenso gut die eigenen Bedürfnisse reduzieren, somit weniger Geld benötigen und dadurch weniger Lohnarbeit verrichten müssen. Ich bin froh in einer Generation aufzuwachsen, in der viele Menschen genau diesen Weg einschlagen und erkannt haben, das Geld nicht alles ist.

Denn ein wahrlich besseres Leben lässt sich nicht durch mehr Lohnarbeit, mehr Geld und mehr Klimbim erreichen. Ganz im Gegenteil. Um etwas wahrlich Sinn Gebendes finden zu können, müssen wir an gänzlich anderen Orten suchen als Einkaufszentren, Onlineshops oder Reisebüros. Wir müssen in uns selbst zu suchen beginnen. Wir müssen unseren eigenen Geist befreien, um wahrlich frei sein zu können. Erst dann werden wir erkennen, was wirklich wichtig ist und wie wir unsere Zeit und unsere Ressourcen bestmöglich einsetzen können.

Gebt alles was ihr habt, denn ihr habt nur ein Leben!

Nur wenn wir uns auch wieder mit uns selbst beschäftigen und unsere eigenen Träume und Wünsche wieder zulassen, kann es eine positive Entwicklung geben. Und nur so kann sich etwas in unserer Gesellschaft verändern und das Leben für alle Menschen weiter verbessern. Also traut euch! Macht euch Gedanken und redet darüber mit Freunden, Verwandten, Bekannten und wer euch sonst noch so über den Weg läuft. Geniert euch nicht für eure Ideen, Träume, Wünsche und Ziele! Seid auch mal wieder naiv und träumt von Entwicklungen oder Dingen, die unmöglich erscheinen.

Raus mit dem Fernseher

fernseher

Nachdem meine Freundin und ich vor knapp einer Woche im Bezirk Melk bei unglaublich lieben Menschen zu Gast waren, haben wir neuen Schwung für in Vergessenheit geratene Ziele bekommen. Die erwähnten Personen haben sich über Jahre hinweg ein absolutes Traumhaus erschaffen. Sie haben ein altes Bauernhaus gekauft, es liebevoll mit vielen Überlegungen in Hinblick auf Umweltschutz renoviert und gefüllt mit allerlei liebevollen Details und erfrischend wenig unnötigem Ballast. Es entwickelte sich ein unglaublich angenehmes, bereicherndes und vor allem sehr inspirierendes Gespräch. Es war einfach angenehm auch Menschen aus einer anderen Generation kennen zulernen, die ebenfalls mit Ihrem Denken und Ihrem Handeln in ihrer Umgebung aus der Reihe tanzen. Und so kam es, dass meine Freundin und ich vor wenigen Tagen einige Änderungen besprochen, beschlossen und auch direkt angegangen sind.

Weg mit dem Ballast

Ein jeder Mensch kennt das Problem. Unzählige Laden, Regale und Kästen sind prall gefüllt mit allerlei Klumpat, dass man zwar nicht missen möchte, aber eigentlich nie benützt. Wir wohnen nun seit genau einem Jahr in unserer Wohnung. Jetzt ist also der perfekte Zeitpunkt einmal ordentlich auszumisten. Frei nach dem Motto: Alles was wir innerhalb des letzten Jahres nicht benutzt oder vermisst haben wird verschenkt, verkauft oder entsorgt. Doch damit nicht genug! Auch einige Gegenstände, die nahezu täglich Verwendung finden, müssen die Wohnung räumen und Platz für neue Ideen, Kreativität und Entspannung machen. Unter anderem fällt in letzte Kategorie sowohl mein Laptop – der ursprünglich einmal fürs Studium gedacht war – als auch unser Fernseher. Ja ganz recht, der einzige Fernseher in unserer Wohnung muss das Feld räumen.

Ich muss gestehen ich bin gerade so hibbelig vor lauter Tatendrang, dass ich gar nicht weiß, welche Vorteile und Ziele ich zuerst aufzählen soll. Denn durch das Verkaufen unseres Fernsehers ersparen wir uns in Zukunft nicht nur die GIS, sondern wir bekommen auch ganz andere Möglichkeiten unser Wohnzimmer zu gestalten. Die Couch muss nicht mehr in Richtung TV gerichtet sein. Stattdessen können wir sie nun in jede beliebige Richtung drehen. Raus aus dem Gedankenkorsett und hinein in ein Wohnzimmer, dass genau so unkonventionell, gemütlich und verrückt ist wie wir. Weiters können wir durch den Verzicht auf das TV-Gerät auch unser Fernsehkasterl und die dazugehörige Vitrine aus der Wohnung bugsieren. Also noch mehr Platz! Auch unsere DVD & BluRay Sammlung wird drastisch verkleinert. Sämtliche Filme bzw. Serien, die wir mit Sicherheit im nächsten Jahr nicht noch einmal ansehen werden kommen weg.

Mehr Sehen ohne Fernseher

Wenn ich ehrlich zu mir bin, dann steht der Fernseher für eine Welt mit der wir uns schlichtweg nicht mehr identifizieren können und auch wollen. Er ist ein stellvertretendes Symbol für unsere konsumgesteuerte Gesellschaft. Eine Kette am Fuß und nicht das versprochene Fenster in die weite Welt. Er steht für eine Welt in der Menschen Jahr ein, Jahr aus sparen, um sich endlich einen noch größeren und besseren Fernseher anschaffen zu können. Nur damit sie dann noch besser in andere, fremde Welten eintauchen können. Ist das nicht eigentlich absurd? Ich bin selbst großer Film- und Serienfan und habe bis dato viel Zeit vor dem TV-Gerät verbracht, aber ist das eigentlich so erstrebenswert? Sollte man nicht auch hier eigene Gewohnheiten hinterfragen und überlegen ob man das wirklich braucht?

Keine Sorge, ich verteufle hiermit nicht das Unterhaltungsmedium „Bewegtbild“ per se aber ich möchte mein eigenes Verhalten ändern. Denn durch mein großes Technikinteresse ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, zu denken, dass ein größerer Fernseher schon ziemlich fein wäre. Doch genau diesen Gedanken wird nun ein Riegel vorgeschoben. In Zukunft werden Filme, Serien und sonstige Videos nur noch über den alten Laptop meiner Freundin oder über den Stand-PC konsumiert. Und wo wir schon bei meinem Interesse für Technik sind: Unser neuer Multimedia-Laptop wurde bereits von Windows 7 auf Ubuntu umgestellt und mein Standgerät wird demnächst auch Bekanntschaft mit dem kleinen Tux machen. Vorübergehend werden sich also Windows 7 und Ubuntu die Festplatte teilen. Das Ziel wäre es aber in naher Zukunft völlig auf Linux und andere Open Source Alternativen umzusteigen. Doch darüber werde ich in den nächsten Tagen bzw. Wochen noch einmal ausführlicher berichten. 😉

Volle Fahrt voraus!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe jetzt Bock alten Krempel, seit Jahren nicht mehr getragene Hemden und allerlei anderes Zeug zusammenzupacken und aus der Wohnung zu schaffen. Ich werde jetzt die Titel unserer aussortierten DVDs und BluRays abtippen und die komplette Liste an die Familie, Freunde und Bekannte schicken. Vielleicht möchte ja jemand die eine oder andere davon. Es wird Zeit Veränderungen in Angriff zu nehmen und Ausreden beiseite zu schieben. 

Und weil es gerade so gut passt, gibt es heute noch eine musikalische Empfehlung für euch:

Bedingungsloses Grundeinkommen: Freiheit statt Zwang

Spätestens seit Anfang Juni als die Schweizer über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (= BGE) abgestimmt haben, ist das Thema in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Und obwohl unsere Nachbarn den Antrag abgelehnt haben, so gab es doch eine Zustimmung von immerhin 23 Prozent. Für einen ersten Versuch ein sehr gutes Ergebnis, dass vor allem für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema sorgen wird. Doch was ist mit einem bedingungslosen Grundeinkommen eigentlich gemeint? Und würde dann überhaupt noch jemand arbeiten gehen?

Was ist ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen, wie es der Name bereits vermuten lässt, gewährt jedem Menschen ein festgelegtes und gleich hohes monatliches Grundeinkommen. Der Clou an der Sache: Es muss keine Gegenleistung erbracht werden. Unabhängig davon, ob man Langzeitarbeitsloser, frischer Schulabgänger oder Angestellter ist. Jeder Mensch würde garantiert eine bestimmte Summe im Monat ausgezahlt bekommen. Wer mehr verdienen möchte, kann natürlich weiterhin einem Job nachgehen und sich dadurch das eigene Konto aufbessern. Dafür wären bisherige Sozialleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Mindestsicherung, etc. durch das BGE ersetzt bzw. obsolet.

Wer würde dann noch arbeiten?

Kaum jemand würde nach der Einführung des BGE nicht mehr arbeiten gehen. Allerdings glaubt nahezu jeder, dass alle Anderen nicht mehr arbeiten gehen würden. Ist das nicht ein bisschen absurd? Natürlich würden Menschen weiterhin arbeiten gehen, allein schon um mehr Geld auf dem Konto zu haben und um sich mehr leisten zu können. Würde ein BGE in Österreich eingeführt werden, dann würden wir vermutlich von ungefähr 1000 € pro Monat sprechen. Das ist bei Weitem keine Riesensumme, von der man in Saus und Braus leben könnte, aber es wäre genug um nicht Existenzängste haben zu müssen.

Es nimmt den Menschen den Druck

Burn-out, Überstunden & Langzeitarbeitslose sind nur drei stellvertretende Begriffe, für verbreitete und akzeptierte Nebenerscheinungen unserer modernen und fortschrittlichen Gesellschaft. Arbeit ist nicht mehr eine Chance zur Selbstverwirklichung, sondern wurde degradiert zur reinen Lohnarbeit mit nur einem Zweck: Geld verdienen. Denn ohne Geld kommt man bekanntlich nicht weit. Zumindest in unseren Breitengraden. Wie man sich vorstellen kann oder vielleicht bereits am eigenen Leib erfahren hat, erzeugt diese Tatsache einen gewissen Druck. Vor allem Menschen, die keine Ausbildung, ein gewisses Alter oder einen Job gelernt haben, der auf wenig Nachfrage stößt, spüren diesen. Sei es der Druck sich ständig erklären zu müssen, warum man nicht etwas anderes gelernt hat bzw. bereits früher etwas für schlechte Zeiten beiseitegelegt hat. Oder die Angst ob man sich morgen überhaupt noch die Miete bzw. etwas zu Essen leisten kann. So oder so keine schöne Vorstellung.

Auch wenn es mittlerweile Usus sein mag Druck als Motivator zu missbrauchen, so halte ich es dennoch für den falschen Weg. Denn wollen wir wirklich von Menschen umgeben sein, die nur Lohnarbeit verrichten, um zu überleben? Nur weil Geld als Druckmittel so gut funktioniert? Wäre eine Gesellschaft abseits von Zwängen nicht eine viel lebenswertere und erstrebenswertere? Eine Gesellschaft, in der jede Frau und jeder Mann entscheiden kann, was sie bzw. er tun möchte, ohne permanent in eine vorbestimmte Richtung gedrückt zu werden. Und ohne dem permanenten Herunterbeten der immer gleichen phrasenhaften Ausreden à la: „Das Leben ist nunmal hart“, „Hätte ich früher doch nur was Anständiges gelernt“ und „Irgendwer muss das doch schließlich machen“.

Aber wer macht dann noch die ganzen Drecksjobs?

Ganz einfach: niemand. Außer natürlich wir würden diese Jobs in Zukunft ausreichend entlohnen, für ordentliche Arbeitsbedingungen und -zeiten sorgen und den Menschen, die diese Arbeiten verrichten, endlich mehr Wertschätzung entgegen bringen. Wir alle wissen, dass es sich um unwürdige und schlecht bezahlte Drecksjobs handelt. Dennoch tolerieren wir es, dass Menschen diese Tätigkeiten erledigen, weil sie keine andere Wahl haben und auf das Geld angewiesen sind. Und nur weil es sich dabei um Jobs handelt, die jede bzw. jeder machen kann, heißt das nicht, dass wir diejenigen auch noch unterdrücken und schlecht bezahlen dürfen. Wenn es allerdings ein BGE in unserem Land gäbe, so würden wir diesen Menschen auch die Entscheidungsfreiheit geben, ob sie den Job weiterhin ausüben möchten oder nicht.

Was würdet ihr tun?

Bevor ich mir nun dutzende Fragen zur Umsetzung schickt, beantwortet für euch selbst die folgenden Fragen: Was würdet ihr tun, wenn ihr ein bedingungsloses Grundeinkommen hättet? Was würdet ihr tun, wenn egal was auch passiert, eure Fixkosten auf jeden Fall gedeckt wären und ihr euch darüber keine Sorgen mehr machen müsstet? Würdet ihr weiterhin im selben Job arbeiten? Würdet ihr genauso weiterleben wie bisher? Oder würdet ihr euch vielleicht, dank dieser Sicherheit, endlich dazu aufraffen, eine Veränderung in eurem Leben durchzuführen? Wie wäre es endlich etwas in Angriff nehmen zu können, das ihr bereits zahllose Jahre vor euch hergeschoben habt, weil es neben einer Vollzeitanstellung einfach nicht machbar ist?

Wäre das nicht eine super Sache? Wäre das nicht eine Chance für alle Menschen endlich das tun zu können, was ihnen wirklich Spaß macht? Nun werden einige denken, das Leben ist aber nicht nur Spaß. Aber warum ist das überhaupt so und kann man das nicht wieder ändern? Natürlich kann so etwas nicht von heute auf morgen eingeführt werden und alle sind glücklich. Aber ich finde, es ist ein Ziel, das es wert ist zu verfolgen.

Mehr Informationen gefällig?

Für alle, die nun mehr zum Thema lesen möchten, empfehle ich die folgende Webseite zur Schweizer Volksabstimmung zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen. Das folgende Interview mit dem Gründer der Webseite Mein-Grundeinkommen.de. Und für alle, die nicht mehr abwarten wollen, bis das bedingungslose Grundeinkommen endlich eingeführt wird, auf Mein-Grundeinkommen.de könnt ihr regelmäßig Grundeinkommen für ein Jahr gewinnen. Ohne jegliche Bedingungen versteht sich. 🙂